Der Ausstieg aus Stuttgart 21 kommt

Am Morgen des 26. Februar, klamme Kälte und Dunkelheit lagen noch über Deutschland, erschien die Hakennase von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf dem neben der brodelnden Kaffeemaschine farbenfroh leuchtenden Bildschirm: „Die Frage ist ja nicht, kann man auf Null zurückstellen, weil das geht überhaupt nicht“, sagte der CSU-Politiker zu Forderungen, den Bau des Stuttgarter Hauptbahnhofs (S 21) einzustellen. Einige Zeit zuvor waren Planungen seines Ministeriums bekannt geworden, aus dem Projekt auszusteigen. Das hatte Ramsauer noch als Überlegungen der „untersten Ebene“ dementiert. Abgesehen davon, dass die unterste Ebene des Verkehrsministeriums damit befasst ist, Ramsauers Dienstwagen zu putzen, Fotokopien zu machen und Akten abzuheften, aber nicht Bahnhofsplanungen zu bearbeiten, muss man nur einen Blick in die CSU-Geschichte werfen, um zu wissen, wie die Sache mit S 21 ausgehen wird.

1989 trennte sich Ramsauers Ziehvater Franz Josef Strauß über Nacht von der im Bau befindlichen Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) Wackersdorf und ließ die Demonstranten (aus denen später die Zivilgesellschaft wurde) im Regen stehen. Unfassbar! WAA wird nicht gebaut? Man glaubte es damals kam, wie sich dieser Strauß aus dem Staube gemacht hatte. Der Strauß! Der doch jeden Morgen einen von diesen langhaarigen Demonstranten zum Frühstück zu verspeisen pflegte und abends den nächsten im Weißbierfass ersäufte.

Der war aber gar nicht so dumm, wie er immer dargestellt wurde, und hatte längst begriffen, dass mit der WAA keine Wahl zu gewinnen war. Mit S 21 ist auch keine Wahl zu gewinnen. Deshalb wird Ramsauer sich von S 21 verabschieden.

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