Ein Jahr Gauck: Sage mir, mit wem Du umgehst…

Ihm falle auf, schrieb Günter Bannas in der FAZ, dass Gauck das Stichwort ,Freiheit‘ nicht mehr wie zu Beginn seiner Amtszeit in den Mittelpunkt stelle. Tatsächlich meidet der seit einem Jahr amtierende Bundespräsident Joachim Gauck, Nachfolger des zurückgetretenen Christian Wulff, konkrete Worte, Appelle und Standpunkte. Man hat ihn, wenn er noch nicht so gewesen sein sollte, glatt geschliffen. Aber ein Diamant ist aus dem einstigen DDR-Jugendpfarrer nicht geworden.

Im Spiegel-Interview vom 4. März 2013 verbreitete er nur noch Plattheiten, aber keine Botschaft: „Ich stehe morgens als Joachim Jauck auf. Wenn ich mich dann rasiere, kommt so langsam der Umschwung. Ich weiß, in einer Stunde steht da unten das Auto, dann geht es ins Büro, und da bin ich Präsident.“ Wie schön. Es hätte niemandem was gefehlt, wenn dieser Erguss nicht gedruckt worden wäre.

Wahrscheinlich ist die falsche Botschaft vom Freiheitskämpfer Gauck immer bewusst verkauft worden, um die Zustimmung der naiven Union in der Bundesversammlung zu erheischen und das höchste Staatsamt mit einer Person zu besetzen, die perfekt im Sinne der rot-grün-dunkelroten Zivilgesellschaft funktioniert. Da habe die FDP so schön für seine Wahl getrommelt, „und zum Dank dafür kommt vom Freiheitspräsidenten nichts, was der Freiheitspartei helfen könnte“, wunderte sich Qualitätsjournalist Peter Dausend in der „Zeit“, dem Blatt für die gehobenen grünen Stände.

Andere wunderten sich nicht, als Gauck den SPD-Mann David Gill zum Amtschef machte und Andreas Schulze, einen Mitarbeiter der Grünen-Fraktionschefin Renate Künast, zum Pressesprecher. Wulffs untadelige Sprecherin Petra Diroll musste unter sehr entwürdigenden Umständen gehen. Der Chef des Planungsstabes und der Auslandschef des Präsidialamtes sind ebenfalls dem rot-grünen Bereich zuzurechnen. Die Spitzenpositionen seien fest in der Hand von Beratern der SPD und Grünen, wunderte sich Qualitätsjournalist Michael Inacker im „Handelsblatt“ und stellte fest: „Sie schirmen den Präsidenten ab.“ Armer Gauck. Jetzt erfährt er nicht mehr, was im Lande los ist und wie die Freiheit Stück für Stück stirbt.

Da sollte wenigstens eine Frau als Pressesprecherin her, konservativ und katholisch sollte sie sein, als Schulze Stabschef für Kommunikation wurde. „Die konservative Frau, katholisch, mit Nähe zu Schwarz-Gelb, entpuppte sich als Ferdos Forudastan. Eine Journalistin, die allein in der Kategorie ,Frau‘ dem gesuchten Profil entsprach“, spottete Dausend in der „Zeit“.

Und hier schließt sich der Kreis. Forudastan (53), deren Name auf ihre iranische Abstammung hinweist, hat Journalismus bei den allerbesten Adressen des rot-grünen Milieus gelernt: Bei der taz und der Frankfurter Rundschau. Verheiratet ist sie mit dem ehemaligen NRW-Minister Michael Vesper, einst Gründungsmitglied der Grünen und heute als Generaldirektor des Olympischen Sportbundes ganz schön fett geworden. Vesper verdiente Meriten im Kampf gegen rechts: Als rauskam, dass die Schwimmerin Nadja Drygulla einen Freund mit NPD-Vergangenheit hatte, begrüßte Vesper die durch Druck der Zivilgesellschaft erzwungene Abreise der Sportlerin von den Olympischen Spielen in London. Gegen die Sippenhaftzustände wie bei Nazis und Kommunisten im Olympischen Sportbund sagte er nichts. Immer auf der Seite fortschrittlicher Kräfte steht auch Vespers Bruder Stefan als Generalsekretär des romkritischen Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Wir haben es hier mit grüner Hoch-Bourgeoisie in ihrer reinsten Form zu tun.

Forudastan war immer jakobinische Tugendwächterin der übelsten Sorte. Ihre Kolumnen in der Frankfurter Rundschau widmeten sich der Unterdrückung von Schwulen, Lesben, Ausländern. Auszug: „Nur ein Bruchteil der Parlamentarier stammt aus Einwandererfamilien. In Talkshows sitzen fast nie Gäste, die dunkelhäutig sind und Namen wie Yildirin oder Ndumba tragen.“ Deutschenhass als Passion, kann man nur sagen und feststellen, dass der Niedergang der Frankfurter Rundschau einen Grund hat: Forudastan. Wer als Leser ständig so einen Mist serviert bekommt, bestellt die Zeitung ab. Aber Erfolg und Qualität waren noch nie Maßstäbe der Zivilgesellschaft. Dort zählt nur die Gesinnung.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler fasste in der FAZ-Sonntagszeitung seine Kritik am fehlenden Freiheitswillen Gaucks so zusammen: „Gaucks Thema hieß immer Freiheit. Heute ist das Demokratiedefizit der Europäischen Union ein in allen Ländern unseres Kontinents diskutiertes Thema, selbst bei den EU-Enthusiasten. Nicht so der neue Gauck: ,Die EU hat es verdient, dass mehr als 43 Prozent der Wahlberechtigten an der Europawahl teilnehmen. Und sie hat es nicht verdient, dass Brüssel zum Sündenbock gemacht wird.‘ Also das Volk liegt schief, nicht die europäische Obrigkeit“, schreibt Gauweiler, dessen Text Erinnerungen an Bert Brechts Gedicht „Die Lösung“ nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 weckt:

„Nach dem Aufstand des 17. Juni ließ der Sekretär des
Schriftstellerverbands In der Stalinallee Flugblätter verteilen
Auf denen zu lesen war, dass das Volk Das Vertrauen der Regierung
verscherzt habe Und es nur durch verdoppelte Arbeit Zurückerobern
könne. Wäre es da Nicht doch einfacher, die Regierung Löste das Volk
auf und Wählte ein anderes?“

Gaucks Leute stehen dazu bereit.

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