Zypern geht wie eine Bombe auf Berlin nieder

Die Spoekenkiekerei schreibt heute nicht selbst, sondern stellt eine frisch eingegangene Pressemitteilung des Schweizer „Media Tenor“ ein. „Media Tenor“ beobachtet den politisch-medialen Komplex und untersucht die Verbreitung von Nachrichten: „Ausgerechnet Zypern, dem Finanzminister Wolfgang Schäuble vor Wochen noch jegliche Systemrelevanz absprach, führt zum massiven Reputationsschaden aller Beteiligten. Selbstverständlich wird bis auf weiteres kein Investor sein Geld einer Bank auf Zypern anvertrauen. Die aktuelle Media Tenor Analyse zeigt, wie schnell und nachhaltig der Fall Zypern vergessen geglaubte Themen wieder auf die Agenda gesetzt hat: Die Medien erinnern wieder an Schäubles Umgang mit der Wahrheit bei der Präsentation des angeblichen Verhandlungs-Ergebnisses über die Enteignung durch die Russen nach dem zweiten Weltkrieg – oder die mangelnde Klarheit seiner Aussagen kaum 10 Jahre später nach der Parteispendenaffäre. Und schon hat die Union mehr Fragezeichen als erwartet für die laufende Bundestagswahl.

Andererseits erstaunt, daß viele deutsche Meinungsführer-Medien die „Alternative für Deutschland“ ignorieren, in der sich Professoren aus der Mitte der Gesellschaft zusammentun, um eine aus ihrer Sicht eindeutige Fehlentwicklung zu stoppen. Unter ihnen sind nicht wenige, die noch oder bis vor kurzem als Experten in Berlin gerne mit ihren Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage für konkrete Politik zitiert wurden und werden. Nun müssen sich die gleichen Medien, die ihnen bei Frühjahrs- oder Herbstgutachten jeden redaktionellen Raum boten, die Frage gefallen lassen, warum sie ihren Lesern jetzt den Zugang zur neuen Initiative verweigern. „Wer sich an die Medien-Kritik der Inhaltslosigkeit der Piraten erinnert, reibt sich die Augen, wie wenig sich Journalisten mit den Inhalten der AfD auseinandersetzen“, sagt Roland Schatz, Gründer und CEO von Media Tenor International: „Gemessen am Medien-Hype um die Piraten frage ich mich, warum bisher kaum ein Medium die Argumente der neuen Partei auf die Waage gelegt hat.“

Soweit der „Media Tenor“. Um Schatz gleich die Antwort mitzugeben: Es sieht so aus, dass der politisch-mediale Komplex den Fehler beim Erscheinen des ersten Buches von Thilo Sarrazin (Deutschland schafft sich ab) nicht wiederholen will. Damals waren alle Talkshows vom Sarrazin-Thema bestimmt und Qualitätsjournalisten schrieben sich die Finger wund. Dem politisch-medialen Komplex entglitt zeitweilig die Herrschaft über den Diskurs. Beim zweiten Sarrazin-Buch (Deutschland braucht den Euro nicht) funktionierte der politisch-mediale Komplex wie ein Schweigekartell. So soll es auch diesmal sein. Anfängliche Fehler wie Einladungen von Professor Bernd Lucke, dem Sprecher der AfD, in die TV-Schwafelrunden werden sich nicht wiederholen.

Wenn aber erst Hunderttausende auf der Straße stehen, funktioniert das Schweigekartell nicht mehr. Die Erfahrung machte in Deutschland zuletzt das Zentralkomitee der SED.

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