Wenn Sturm „Daria“ die Energiewende knickt…

„Daria“ hieß der Wintersturm, der am 25. und 26. Januar 1990 über Norddeutschland hinwegfegte. Es gab acht Todesopfer zu beklagen, der Schaden belief sich nach Angaben der Versicherungsgesellschaft Ergo auf eine Milliarde Euro. Was damals keine Rolle spielte, gilt heute als hochbrisant: Die höchsten Geschwindigkeiten erreichte der Sturm über der Nordsee – genau dort, wo heute die Windparks der deutschen Energiewende stehen oder geplant sind. Wenn „Daria“ wiederkommt – und so ein Sturm wird wiederkommen, knicken die Windräder wie Streichhölzer, und damit versinkt die Energiewende wie einst des Kaisers Flotte in der Nordsee.

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) hat in seinen „Positionen der deutschen Versicherer 2013“ eine Karte veröffentlicht, auf der die Bahn des Sturms nachgezeichnet ist. In den Küsten-Bundesländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern erreichte „Daria“ demnach Geschwindigkeiten bis 190 km/h. Interessanter wird die Grafik für den Meeresbereich. Danach ereichte der Sturm im Ärmelkanal Spitzengeschwindigkeiten bis zu 230 km/h und zog von dort mit dieser Geschwindigkeit in die deutsche Bucht, wo heute ab Borkum bis zur schleswig-holsteinischen Küste die Windenergieanlagen auf hoher See stehen oder noch errichtet werden sollen. Die Angabe von 230 km/h ist berechnet für die Nabenhöhe des Windrades und besagt nichts anderes, als dass die Anlage bei so einem starken Sturm knicken und im Meer verschwinden wird. Auf der GdV-Karte ist von einem möglichen „Klumpenrisiko Offshore-Windenergie“ die Rede, und es heißt weiter: „Ein einzelnes Sturmereignis könnte große Teile der geplanten Offshore-Windparks treffen.“ Ein Klumpenrisiko bedeutet, dass eine Versicherungsgesellschaft das Schadenrisiko nicht tragen kann, sondern bei Eintritt vermutlich in Konkurs geht. Da nach allen Klimavorhersagen die Zahl und Heftigkeit der Stürme zunehmen soll, kann vor diesem Hintergrund die Offshore-Planung im Energiekonzept der Bundesregierung vom 28. September 2010 nur als unverantwortlich bezeichnet werden. Danach sollen bis 2030 75 Milliarden Euro in den Offshore-Bereich investiert werden, um eine Nennleistung von 25 Gigawatt zu erreichen.

Jürgen Langeheine beziffert in seinem Buch „Energiepolitik in Deutschland – Das Geschäft mit der Angst“ (ISBN 978-3-86992-054-2) die Kosten des Leitungsbaus für den Transport des Nordsee- und Küstenstroms nach Süddeutschland auf weitere 65 Milliarden Euro. Dann kommt ein Sturm, und alles ist hin.

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