Alle gegen Fracking

„Die Frage ist: Kann sich Deutschland langfristig erlauben, kein Fracking zu machen?“, fragte Bernd Scheifele, der Chef von Heidelberg Cement (laut Handelsblatt vom 15. März 2013). Die Antwort hat er inzwischen: „Yes wie can.“ Nachdem Linke und Grüne ohnehin strikt gegen jede Form der Gas- und Ölgewinnung aus Schiefergestein sind und die Sozialdemokraten so viel Hürden errichten wollen, dass eine Förderung in Deutschland so gut wie unmöglich wäre, kippt jetzt erwartungsgemäß auch die CDU/CSU um. Ein Gesetzentwurf zum Thema, der am 15. Mai 2013 vom Bundeskabinett verabschiedet werden soll, dürfte im weiteren Verlauf des Gesetzgebungsverfahrnes so verschärft werden, dass es in Deutschland keine Genehmigungen geben wird.

Denn: Die Bürger sind wirklich dagegen. Eine latente jahrelange Propaganda von Grünen und angeblichen Umweltorganisationen hat ihnen Angst eingejagt, durch die Einleitung von Chemikalien in eine Tiefe von mehreren Kilometern könnte ihr Trinkwasser vergiftet werden. Die Sorgen nahm in der Koalition zunächst die baden-württembergische CDU auf und forderte eine Verschärfung des Gesetzentwurfs. Allen Ernstes wird im deutschen Südwesten eine Vergiftung des Bodensees befürchtet. „Der Bodensee und Fracking vertragen sich nicht“, sagte der Konstanzer CDU-Abgeordnete Andreas Jung laut Handelsblatt vom 8. Mai 2013. Kurz darauf legte der nordrhein-westfälische CDU-Landtagsfraktionschef Karl-Josef Laumann nach. In Laumanns münsterländischer Heimat werden besonders große Gasvorkommen vermutet, entsprechend groß ist der Widerstand. Laut FAZ vom 10. Mai 2013 bat Laumann Bundeskanzlerin Angela Merkel, „im laufenden Gesetzgebungsverfahren darauf hinzuwirken, dass Fracking nach dem jetzigen Stand der Technik nirgendwo möglich wird“. Seine Landtagsfraktion lehne Fracking „unter heutigen Bedingungen ohne Einschränkung ab“, stellte Laumann fest.

Der CDU-Mann kann beruhigt sein: Fracking wird es in seinem Land und auch in den anderen Bundesländern nicht geben. Nachdenken sollten aber Laumann und Jung über die gesunkenen Energiepreise in anderen Industrienationen, speziell in den USA, während hier Strom, Gas und Öl durch hohe Steuern und besonders durch die Energiewende immer teurer werden. Laumann wird in einigen Jahren zu den Demonstrationen gegen die Schließung der letzten Industriebetriebe in Nordrhein-Westfalen fahren können.

Mit der Einstellung dieser an Opportunismus nicht zu überbietenden Politiker wäre in Deutschland kein Flugzeug, kein Auto und kein Fernseher gebaut worden. Auch gegen die Elektrifizierung hätte es vermutlich erheblichen Widerstand gegeben. Der Widerstand gegen den Bau von Eisenbahnen hätte nicht überwunden werden können.

Bei den Chemikalien, die beim Fracking zum Einsatz kommen, handelt es sich um Chlorverbindungen, wie sie in jedes Schwimmbad gekippt werden. Und in einem anderen Bereich finden grüne Gutmenschen und CDU-Politiker die Fracking-Methoden ganz toll: Wenn Wasser zur Erhitzung und Stromgewinnung in die Erde gepupmpt wird, muss es mit Chemikalien wie beim Fracking versetzt werden. Der Bau solcher Anlagen wird vom Staat gefördert und ist Teil der Energiewende. Der Fachbegriff lautet „Geothermie“.

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