Deutsche Medien: Schlimmer als Gleichschaltung

Die Auflagenentwicklung deutscher Tageszeitungen kannte in den letzten Jahren nur eine Richtung: nach unten. Wurden 1991 noch 27,3 Millionen Exemplare verkauft, so waren es Ende 2012 gerade noch 18,4 Millionen Exemplare. Wenn der Trend anhält, wird im Jahr 2050 von deutschen Zeitungen nur noch im Museum, aber sonst nicht mehr gesprochen werden. Ähnlich sieht es bei vielen Zeitschriften aus, besonders bei den politischen Magazinen. „Die letzte Postkutsche war wahrscheinlich die beste, die jemals gebaut wurde“, befand Steffen Klusmann, Vize-Chef des ebenfalls absaufenden „stern“. „Aber die Technologie war einfach zu Ende, das war kein Qualitätsproblem“, befand Klusmann bei einer Preisverleihung der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“.

Dort gab es eine Podiumsdiskussion, wo sich die Diskutanten so gut blamierten, wie sie konnten. Zum Beispiel Ralf Drescher (wsj.de, wall street journal): „Natürlich haben wir heute einen wesentlichen besseren Journalismus als vor zehn Jahren.“ Wenn die Presse immer besser wird, fragt man sich nur, warum die Auflagen zusmammenbrechen und ganze Titel eingestellt werden.

Marc Beise (Süddeutsche Zeitung) weiß, wie Zukunft bei Zeitungen geht: „Die ,FTD‘ (Financial Times Deutschland) ist das Paradebeispiel, wie man näher zum Leser kommt.“ Bleibt nur die Frage, warum das Blatt eingestellt wurde.

Wolfram Weimer war Chefredakteur der fast versunkenen „Welt“, ging später zum darbenden Cicero, danach zum langsam sterbenden Focus und betreibt heute die „Weimer Media Group“. Er sagt: „Wir können die Dinge beweinen, die sterben. Meine optimistische These ist aber, dass wir mehr dazubekommen, als wir verlieren.“ Genausogut könnte er sagen, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Woran es wirklich liegt, hat Wolfgang Bok, ehemals Chefredakteur einer regionalen Tageszeitung, im Cicero dargelegt: „In den Verlagshäusern und Rundfunkanstalten werden derzeit die Alt- und Jung-68er von der Generation Greenpeace abgelöst. Sie ist mit der ständigen Apokalypse aufgewachsen. Der grüne Alarmismus ist ihnen in Fleisch und Blut übergegangen. Das ist viel schlimmer als eine Gleichschaltung, wie man sie aus autoritären Staaten kennt: DieseGeneration, die mittlerweile in vielen Redaktionen das Sagen hat, ist sich ihrer eingeschränkten Wahrnehmung gar nicht mehr bewusst. Sie denken vornehmlich in Freund-Feind-Kategorien und teilt die Welt am liebsten in Gut und Böse ein. Gut ist alles, was den Genderrichtlinien entspricht,mit einem blauen Engel bemäntelt ist, ,mehr soziale Gerechtigkeit‘ verheißt und vor allem ,gegen rechts‘ klare Kante zeigt.

So hecheln die Dauerbesorgten im medialen Geleitzug von Skandal zu Skandal. Stets die drohende Klimakatastrophe, die Menschheitsvergiftung oder die anstehende Machtübernahme durch Horden von Neonazis vor Augen. Während die negativen Folgen einer ungesteuerten Zuwanderung am liebsten ausgeblendet oder den Deutschen selbst angelastet werden, wird jede abfällige Bemerkung zum ,rassistischen‘ Fanal aufgebauscht.“

Die Erklärung der fallenden Auflagen ist einfach: Den Greenpeace-Gender-Mist will kein Mensch mehr lesen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Alle gegen rechts, Genderismus, Gutmenschen, Qualitätsjournalismus abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s