EU: Sparen lohnt sich nicht mehr

Eher legt sich ein Hund einen Wurstvorrat an, als dass Politiker und Eurokraten ans Sparen denken würden. Diese alte Erkenntnis bestätigte am 29. Mai 2013 die Brüsseler EU-Kommission, als sie das hoch verschuldete Euroland Italien vor einem Defizit-Verfahren verschonte. Man muss sich das einmal vorstellen: Italien hat 2012 1,9882 Billionen Euro Schulden gehabt. Von unfähigen Politikern war dieser Schuldenstand im Vergleich zu 2011 noch um 47,633 Milliarden Euro erhöht worden. Verschont werden auch Frankreich, Spanien, die Niederlande und Portugal.

Letztlich ist das in einer Schuldenunion nur konsequent. Alle EU-Mitglieder zusammen hatten Ende letzten Jahres elf Billionen Euro Schulden, 514 Milliarden Euro mehr als Ende 2011 (alle Zahlen von Eurostat). Kein Mensch weiß, wie diese unvorstellbaren Summen jemals zurückgezahlt werden sollen. Die Sparpakete und Rettungsschirme sind nichts weiter als weiße Salbe und sollen Handlungsfähigkeit der Politiker bis zum Zusammenbruch des Finanzsystems mit völliger Entwertung aller Sparguthaben demonstrieren. Die schleichende Entwertung der Geldvermögen ist bereits im Gange. Die FAZ-Sonntagszeitung rechnete vor, dass die Deutschen jedes Jahr zehn Milliarden Euro verlieren, weil die Zinsen für Sparguthaben niedriger sind als die Inflationsrate. Und wenn die Gerüchte zutreffen sollten, dass die Europäische Zentralbank einen Negativzins einführen will, dann gehen die Sparzinsen in Deutschland endgültig auf 0,0 Prozent. Denn die Banken könnten sich das Geld bei der EZB holen und würden noch Geld für Ausleihen dazu bekommen. Unvorstellbar? Nein, bei Bundesanleihen funktioniert das heute schon zugunsten des Finanzministers. Warum sollte es keinen negativen Zins bei der EZB geben?

Vielleicht ist deshalb dem EU-Kommissar Günther Oettinger der Kragen geplatzt, als er bei einem Vortrag in Brüssel beklagte, die EU habe „die wahre schlechte Lage noch immer nicht genügend erkannt“. Bulgarien, Rumänien und Italien bezeichnete Oettinger als „im Grunde genommen kaum regierbar“. Wahre Worte.

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