Der Papst und die Räuber

„Das hat der deutschen Hauptstadt wirklich noch gefehlt“, spottet ein Qualitätsjournalist namens Florian Kain in der Berliner Morgenpost über einen Vorschlag des CDU-Bundestagsabgeordneten Frank Steffel, der mal Bürgermeister der Hauptstadt werden wollte und sich dabei wegen seines Fußbodenverlegebetriebs den Spitznamen „Der Laminator“ einfing. Jetzt will Steffel ein Denkmal für Papst Benedikt XVI. aufstellen lassen, den ersten Deutschen seit vielen Jahrhunderten auf dem Stuhle Petri in Rom. Es müsse sichergestellt werden, dass „sein Verdienst und sein stetiger Einsatz für die katholischen Christen auf der ganzen Welt nicht in Vergessenheit gerät“.

Im Grundsatz ist der Gedanke gar nicht schlecht, aber der zeitlebens bescheidene Benedikt würde vielleicht selbst zum Verzicht raten und sagen, dass der Geschichte das Urteil über seine Person und sein Wirken überlassen werden solle. Aber gegen eine kleine Gedenktafel am Reichstag würde er gewiss nichts einzuwenden haben. Uns fällt auch ein passender Text dafür ein: „Am 22. September 2011 redete hier Papst Benedikt XVI. der Berliner Räuberbande ins Gewissen. Als er die Sinnlosigkeit dieses Tuns erkannte, zog er sich ins Gebet für sein armes deutsches Vaterland zurück.“

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