Das Kameradenschwein

Zur Person Thomas die Misere de Maiziere gibt es nicht mehr viel zu sagen. Unabhängig von der Frage, ob er das Parlament in Sachen Drohne „Eurohawk“ angelogen hat, bleiben drei Optionen: 1. Er tritt zurück. 2. Kanzlerin Angela Merkel wirft ihn raus. 3. Merkel entsorgt ihn unauffällig in die letzte Bundestagsreihe, wenn die Wahl von ihr gewonnen wird. Welche der Optionen zum Tragen kommt, hängt davon ab, welchen Schaden die Sache den Wahlaussichten der CDU zufügt. Derzeitige Tendenz: Hoher Schaden, der Daumen geht runter.

Denn de Maiziere müsste nur den Pressespiegel des eigenen Ministeriums gelesen haben, was er auch am 23. März 2013 gemacht haben dürfte, als die Berliner Zeitung schrieb: „Drohnen-Programm vor dem Absturz“. Wer das BMVg kennt, weiß, dass spätestens nach so einem Bericht alle Lobbyisten des Herstellers EADS ausschwärmen, um ihr Projekt noch zu retten. Auch ein Minister darf sich dann auf intensive Gespräche freuen. Am 8. Mai zitierte der Donaukurier aus einem Redaktionsgespräch mit dem Minister und zitierte ihn mit der Antwort auf die Frage, ob wie geplant fünf Eurohawk beschafft werden: „Im Moment sieht es nicht so aus.“ Im Verteidigungsausschuss des Bundestages behauptete er am 5.Juni, erst am 13. Mai von den Problemen erfahren und die Einstellung des Drohnen-Programms gebilligt zu haben. Und dann gab es eine entscheidende Information in der Sitzung, die sich alle Soldaten und Ministeriums-Angehörige merken sollten, damit sie wissen, wie der Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt (IBuK) im Zweifel zu seinen Untergebenen steht. Wir zitieren die staatsnahe Nachrichtenagentur adn dpa: „Verteidigungsminister Thoams de Maiziere (CDU) hat seinen Staatssekretären Stephane Beemelmans und Rüdiger Wolf eine eine falsche Informationspolitk vorgeworfen und schließt personelle Konsequenzen nicht aus.“ Das heißt: Dieser Politiker ist bereit, jeden zu opfern, um die eigene Haut zu retten. In der Truppe heißt so einer Kameradenschwein.

Der wahre Charakter de Mazieres und sein Verhältnis zu Soldaten war schon früher zu erfahren. Hier ein Auszug aus einem Interview des Ministers mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: Viele Soldaten ”haben den verständlichen, aber oft übertriebenen Wunsch nach Wertschätzung. Sie sind vielleicht geradezu süchtig danach.” De Maizière forderte die Soldaten auf: “Hört einfach auf, dauernd nach Anerkennung zu gieren. Die Wertschätzung anderer bekommt man nicht dadurch, dass man danach fragt, sondern dass man gute Arbeit leistet.”

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