Homoehe: Von der Leyen prescht vor

Überraschend war das nicht, sondern geradezu erwartbar: Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat nach dem Verfassungsgerichtsurteil zum Ehegattensplitting eine weitreichende Gleichstellung lesbischer und schwuler Partnerschaften auch im Adoptionsrecht verlangt und will die CDU damit noch näher bei Rot-Rot-Grün positionieren. Dabei werden auch die Argumente so hingebogen, wie sie es braucht: „Ich kenne keine Studie, die sagt, dass es Kindern, die in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften aufwachsen, anders geht als Kindern, die in gemischt geschlechtlichen Ehen oder Partnerschaften auch aufwachsen“, trällerte sie am 9. Juni 2013 im Deutschlandfunk.

Gründliche Vorbereitung und Nachfragen sind von heutigen Qualitätsjournalisten offenbar nicht mehr zu erwarten. Natürlich gibt es keine Studie, weil keine Studie in Auftrag gegeben wurde. Das hat Methode in Deutschland. Rot-Grüne Lieblingsprojekte – von der Windenergie über Genderismus bis zur Homoehe, sind nicht Gegenstand kritischer wissenschaftlicher Forschung. Und wenn das doch mal der Fall ist, sind die Forschungsmethoden zweifelhaft und die Ergebnisse im Sinne der rot-rot-grünen Auftraggeber. Das gilt im Bereich Homoehe besonders für eine Studie, die im Auftrag des Bundesjustizministeriums erstellt worden ist und 2009 zu dem erwartbaren Ergebnis kam: „Lesbische Mütter und schwule Väter stehen in ihrer elterlichen Kompetenz heterosexuellen Eltern in nichts nach. Alle feststellbaren Unterschiede im Erziehungsverhalten und Familienklima fördern ausnahmslos das Wohle der Kinder: Lesbische Mütter und schwule Väter haben durchweg eine gute Beziehung zu ihren Kindern, die sich durch Fürsorglichkeit und Zugewandtheit auszeichnet. Sie legen viel Wert auf die Beachtung von Grenzen und vermeiden harte Sanktionen.“

Schon der Laie wird bei der Lektüre, wie die Aussagen der Kinder gewonnen wurden, stutzig: „Darüber hinaus wurden 95 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren telefonisch zu zentralen Aspekten ihrer Entwicklung befragt.“ Es wird also versucht, von einer viel zu schmalen Datenbasis (95 Interviews) auf fragwürdigem Wege (Telefonbefragung) Ergebnisse abzuleiten. Vermutlich kam man so zu den gewünschten Ergebnissen. Dass von den insgesamt 1059 Befragten nur sieben Prozent Männer waren, also überwiegend Lesben befragt wurden, macht das Ergebnis auch nicht überzeugender.

Dr. med. Christl Ruth Vonholdt, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, hat sich die rudimentären Ergebnisse dennoch genauer angesehen und dabei Erstaunliches festgestellt, was die Aussagen der naiv plappernden von der Leyen und der Homoehe-Lobby widerlegt. „78 Prozent der befragten Kinder hatten im Mittel die ersten fünf Lebensjahre gemeinsam mit Mutter und Vater verbracht! Die ersten Lebensjahre sind aber für die kindliche Entwicklung sehr bedeutsam. So ist etwa die Entwicklung einer sicheren Geschlechtsidentität, für die das Kind männliche und weibliche Bilder braucht, mit fünf Jahren im Wesentlichen schon abgeschlossen. Zu den wichtigen Fragen der Geschlechtsidentitätsentwicklung kann die Studie auch aus diesem Grund keine validen Aussagen machen.“

Die Ärztin hat noch weitere Fakten auf Lager: „Zahlreiche Studien, so auch eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2009, weisen nach, dass bei homosexuell lebenden Männern und Frauen die Häufigkeit psychischer Erkrankungen deutlich höher ist als unter heterosexuell Lebenden. (Versuche zu zeigen, dass die Ursache hierfür in gesellschaftlicher Diskriminierung läge, schlugen bisher fehl.) Welche Auswirkungen haben diese Unterschiede auf die mitlebenden Kinder? Ebenso zeigen zahlreiche Studien, dass bei homosexuell lebenden Männern Sex, ein sexualisiertes Umfeld und Promiskuität, d.h. häufige sexuelle Nebenpartner neben einer „festen“ Hauptpartnerschaft, eine wesentlich größere Rolle spielen als in einer üblichen ehelichen Beziehung von Vater und Mutter. Dies gilt auch für homosexuelle Männer, die in einer Lebenspartnerschaft leben. Welche Auswirkungen hat das auf mitlebende Kinder und Jugendliche? Sind sie in einem solchen, stärker sexualisierten Umfeld nicht doch häufiger der Gefahr sexueller Grenzüberschreitungen ausgesetzt? Einiges in der Forschung spricht dafür, abschließende Erkenntnisse fehlen noch.“

Warum kommt jetzt schon wieder der Gedanke an den Grünen Daniel Cohn-Bendit, der Sexualität von Kindern als etwas „Fantastisches“ bezeichnet auf, oder an den Grünen Volker Beck, der in Angelo Leopardi (ed.), Der pädosexuelle Komplex, Berlin, Frankfurt (Main) geschrieben hat (er bezeichnet den Text als verfälscht, was angesichts der Fülle der zu findenden Zitate nicht glaubwürdig erscheint): „Eine Entkriminalisierung der Pädosexualität ist angesichts des jetzigen Zustandes ihrer globalen Kriminalisierung dringend erforderlich, nicht zuletzt weil sie im Widerspruch zu rechtsstaatlichen Grundsätzen aufrechterhalten wird.“

Eine „feine Gesellschaft“, in die sich von der Leyen da hineinbegibt und die CDU/CSU gleich mit hineinzieht. Wo bleiben die Msassenaustritte aus dieser angeblich christlichen Partei?

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