Deutschland ist so stark

Deutschland demonstriert Stärke. Mann, sind wir blöd stark. Der türkische Botschafter in Berlin wird ins Auswärtige Amt zitiert, wo man ihm sagt, was geht und was nicht, und Kanzlerin Angela Merkel-Neuland Merkel zeigt dem russischen Potentaten Wladimir Putin, wo der Hammer hängt. Zuschauer des mit Demokratieabgabe gestärkten Fernsehens sollten aber nicht vergessen, dass sie hier einer perfiden Kampagne aufgesessen sind.

Natürlich hat es den Disput zwischen Putin und Merkel nie gegeben. Alles andere sind Erfindungen des Propagandaministeriums Bundespresseamtes. Der Streit um die Rückgabe der sogenannten Beutekunst ist uralt, die deutsche Position ist genauso bekannt wie die russische. Und wer jetzt glaubt, man hätte hier wenige Stunden vor Beginn eines monatelang in allen Details vorbereiteten Besuchs der deutschen Kanzlerin ausgerechnet in Russland ein Grußwort verweigert, in dem sie Bekanntes auftischen wollte, kann genau so gut an den Weihnachtsmann oder an den Osterhasen glauben. In Wirklichkeit handelt es sich hier um eine Inszenierung für die deutschen Qualitätsmedien, die vielleicht in Russland zunächst nicht richtig verstanden wurde. Dort wird die Außenpolitik nicht wie in der Berliner Räuberhöhle vom Primat der Innenpolitik bestimmt.

Um einen vergleichbaren Fall handelt es sich bei der Großtat unseres Außenministers Guido Westerwelle, dessen Auswärtiges Amt den türkischen Botschafter einbestellte. Auch hier ließ der Wahlkampf grüßen, in dem diese Bundesregierung als international tatkräftig und durchsetzungsstark präsentiert werden soll. Nachdem deutsche Politiker und Regierungsmitglieder es gewagt hatten, ein paar Bemerkungen zu Polizeimaßnahmen gegen Demonstranten in der Türkei zu machen, hatte der dortige EU-Minister Egemen Bagis die Berliner Räuberbande vor Spielchen im Zusammenhang mit dem geplanten EU-Beitritt der Türkei gewarnt und gesagt: „Wenn Frau Merkel nach innenpolitischen Themen für ihren Wahlkampf sucht, dann sollte das nicht die Türkei sein.“

Es gibt ganz andere Äußerungen von türkischer Seite, die nicht nur zur Einbestellung eines Botschafters, sondern sogar zum Nachdenken über den Abbruch von diplomatischen Beziehungen anregen sollten. So sagte der türkische Premier Erdogan am 10. Februar 2008 in der Kölnarena vor 20.000 in Deutschland lebenden Landsleuten: „Assimilierung ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“ Damit schickte Erdogan die ganze Integrationspolitik der deutschen Politiker und Gutmenschen zum Teufel. Einbestellung gab es keine, auch keinen Landesverweis oder ein Einreiseverbot.

Man hätte gewarnt sein können, was die Person Erdogan betrifft, der uns 1997 auch Folgendes lehrte: „Die Demokratie ist nur ein Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“ Und so was ist in der NATO und will in die EU?

Gerade wir Deutschen sollten uns bewusst sein, was es bedeuten kann, wenn man jemanden nicht ernst nimmt. Der letzte, den wir zunächst nicht ernst nahmen, hatte alles, was er vorhatte, in ein Buch geschrieben. Es hieß „Mein Kampf“.

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