Auch Greenpeace macht Kohle

Unter dem Gutmenschen-Deckmantel macht Greenpeace Jagd auf Konkurrenten. Die angebliche Umweltorganisation führte am 29. Juni 2013 Aktionen gegen einen neuen Braunkohlen-Tagebau in der Lausitz durch. „Die Genehmigung des Tagebaus Welzow-Süd II würde dafür sorgen, dass Deutschland bis zur Mitte des Jahrhunderts schmutzigen Strom aus Kohle erzeugt“, warnt Greenpeace. Dass darf natürlich nicht sein, weil Greenpeace über die Firma „Greenpeace Energy“ selbst Stromanbieter ist und mit anderen sogenannten Ökostromanbietern unter einer Decke steckt, die den aus Windenergie- und Photovoltaik-Anlagen gewonnenen Strom möglichst gewinnbringend verkaufen und Konkurrenten wie Vattenfall schaden wollen.

Um die Stromgewinnung aus Braunkohle zu schmähen, greift Greenpeace – was aber bei der Organisation nicht neu ist – zu Halbwahrheiten und Verdrehungen. So soll Welzow-Süd eine Größe von 1.800 Hektar haben. Das hört sich groß an, sind aber gerade einmal 18 Quadratkilometer.

Lassen wir den Greenpeace-Energieexperten Gerald Neubauer zu Wort kommen, der Umsiedlungen von Menschen für Tagebaue für völlig unnötig hält: „Die Erneuerbaren können genug Strom produzieren, um in Zukunft auf neue Tagebaue zu verzichten.“ Abgesehen von der bekannten Tatsache, dass dann bei Windstille und Dunkelheit ein Problem für die sichere Stromversorgung in Deutschland besteht, sagen Aktivisten wie Neubauer nichts zum Flächenverbrauch für die Wind- und Photovoltaikanlagen – von den massiven Umweltproblemen durch den Maisanbau für Biogasanlagen ganz zu schweigen. Dazu stand in der FAZ am 28. Juni 2013 ein Beitrag von Erich Künzler, dem Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts Bautzen: „Gegenüber konventionellen Energien haben zudem erneuerbare Energien einen erheblich größeren Flächenbedarf. Konflikte mit dem Landschaftsschutz und dem Naturschutz sind zwangsläufig. Der Flächenbedarf etwa für Windkraftanlagen wird mit bis zu etwa 4.000 Quadratkilometer geschätzt.“

Das entspricht fast der Fläche des Ruhrgebiets (4.435 Quadratkilometer), die für die Windenergieanlagen gebraucht wird. Davon ist von Greenpeace kein Wort zu hören. Kein Wunder,will man doch den eigenen Strom an das Volk verkaufen, dem suggeriert wird, mit Greenpeace-Strom etwas Gutes zu tun. In Wirklichkeit füllt sich nur die grüne Energiebranche die Taschen.

Kein Wort von Greenpeace gibt es auch zum Natur- und Artenschutz. Im Hamburger Abendblatt war zu lesen: „Greifvögel kollidieren mit Windrädern“. Berichtet wurde, dass Kollisionen mit Windrädern inzwischen die häufigste Todesursache für Seeadler sind. Zwischen 1997 und 2011 seien in Schleswig-Holstein 26 Seeadler noch Kollisionen mit Windrädern gestorben. Das ist eine enorme Zahl angesichts eines Bestandes von 66 Brutpaaren in Schleswig-Holstein. Außerdem dürften viele tote Tiere gar nicht erst gefunden werden, so dass von einer sehr hohen Dunkelziffer auszugehen ist. Die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest gibt auf ihrer Homepage einen interessanten Hinweis: „Dokumentierte Zufallsfunde sind selten, weil tote oder verletzte Vögel von Wegen aus vor allem in der Vegetationsperiode meist nicht zu entdecken sind, weil Aasfresser Kadaver wegschaffen, weil verletzte Vögel sich laufend oder flatternd von den WEA entfernen können und weil davon auszugehen ist, dass Totfunde durch Menschen von diesen entfernt und nicht öffentlich gemacht werden, zumal es keine Verpflichtung gibt, Totfunde zu melden.“

Es wird nicht nur von Tierschützern angenommen, dass Eigentümer von Windenergieanlagen oder die Verpächter der Grundstücke Kadaver von geschützten Vögeln verschwinden lassen, um die Opferzahlen der erneuerbaren Energien niedrig zu halten. Daher wäre zur Überprüfung eine Videoüberwachung aller Windenergieanlagen angebracht, deren Kosten von den Betreibern zu tragen wären. Schließlich haben sie üppige Einnahmen durch das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG).

Hoffen lässt auch der Aufsatz von Gerichtspräsident Künzler: „Es darf daran erinnert werden: Gerichte überprüfen, ob Gesetze, Richtlinien, Verordnungen eingehalten werden, die der Normgeber mit einem bestimmten Inhalt erlassen hat. Wer Normen – sei es auf deutscher oder europäischer Ebene – beschließt, sollte nicht wirklich entrüstet sein, wenn Gerichte die Einhaltung dieser Normen überprüfen – das wird auch bei der Energiewende so sein.“

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