Brot und Spiele – alles wie immer

Es war absehbar, dass die Bundesregierung kurz vor der Wahl das Füllhorn öffnen und Wohltaten ausschütten würde. Neun Euro mehr soll es für jeden Hartz 4-Empfänger im Monat geben, erklärte die Bundesregierung am 3. September 2013 und damit keine drei Wochen vor der Bundestagswahl. Natürlich sind alle für die Erhöhung, denn im deutschen Wohlfahrtsstaat darf niemand gegen höhere Sozialausgaben sein, wenn er sich nicht dem Verdacht aussetzen will, ein kaltherziger Kapitalist und unsolidarisch mit den Ärmsten der Gesellschaft zu sein. Da jetzt einiges an Bier im Monat mehr gekauft werden kann und RTL eine ununterbrochene Berieselung des Publikums sicherstellt, kann nach dem altrömischen Grundsatz „Brot und Spiele“ in Ruhe weiter regiert werden.

Dennoch lässt die Hauruck-Operation tief in die Seele der Regierung und der Kanzlerin Angela Merkel blicken: Sie trauen dem Volk nicht über den Weg. Daher versuchen sie, es mit Wohltaten abzulenken. Noch ist Geld da, EU und Südländer sind noch nicht zum Abkassieren da gewesen.

Außerdem ist die Erhöhung ein verheerendes Signal an das überwiegend großstädtische Publikum, das sich mit den Sozialleistungen einen schönen Lenz macht und nur Hohn und Spott für den noch arbeitenden Teil der Bevölkerung übrig hat. Der Anreiz zur Aufnahme einer Arbeit sinkt durch die Erhöhung. Aber um Arbeit geht es gar nicht, sondern um Beruhigungspillen gegen einen möglichen Volksaufstand, wenn der Kühlschrank leer bleibt, der Alkoholpegel sinkt und die Tristesse der postindustriellen Gesellschaft mit ihrem Geplärre von Vielfalt und Toleranz klar erkennbar wird.

Die „spätrömische Dekadenz“ (Guido Westerwelle) hat uns voll erfasst.

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