Aphrodite Angela

Die wie Unkraut an den Straßenrändern stehenden und sich an Laternenmasten und Bäume klammernden Wahlplakate haben viel Unmut hervorgerufen. Sie seien inhaltsleer, würden nur Plattitüden verbreiten, und man könne sich den ganzen Blödsinn eigentlich sparen. Dem Eindruck wird energisch widersprochen.

Drei Beispiele zeigen, dass die Plakate der Berliner Blockparteien eine tiefe Aussagekraft haben. Erstes Beispiel ist das CDU-Plakat, das einen jungen Mann auf einem Roller zeigt. Hinter ihm sitzt eine junge Frau. Der Typ schaut leicht deppig; wer die Befehle auf dem Roller gibt, ist klar: die Frau hinter ihm. Damit wird das Frauenbild der CDU klar: total genderisiert, der Mann wird zum Schwächling degradiert. Von einer gleichberechtigten Partnerschaft kann keine Rede mehr ein.

Das Familienbild der SPD veranschaulicht ein Wahlplakat für mehr Kindertagesstätten. Zu sehen ist eine junge Mutter, alleinstehend natürlich. Im Kinderwagen sitzt ihr Kind, der Vater des Kindes ist offenkundig afrikanischer Abstammung. Familie heißt für die SPD also alleinerziehende Mutter, die aus einer gescheiterten Beziehung mit einem Ausländer kommt, und Unterbringung des Nachwuchses in staatlichen Einrichtungen. Der Vater ist offenbar abgehauen.

Das dritte Beispiel ist ein parteiübergreifendes Phänomen. Nie war Rainer Brüderle (68, FDP) so jung wie heute. Mit Photoshop haben sie bei Brüderle die Spuren der letzten 480 Weinfeste aus dem Gesicht geputzt, auch andere Politiker einschließlich der Kanzlerin scheinen aus dem Jungbrunnen gekommen zu sein. „In Ehren ergraute Polit-Veteranen sehen plötzlich wieder aus wie am Anfang ihrer Karriere. Der Wahlkampf wird zum magischen Jungbrunnen“, spottete Der Spiegel am 9. September 2013 unter der Überschrift „Athene und Aphrodite“.

Die Photoshop-Aktionen zeigen viel mehr als ihre Urheber vielleicht erreichen wollten. Die Verfälschung der Gesichter offenbart die Verlogenheit der Politik. Man traut sich nicht mehr, den Leuten unter die Augen zu treten, sondern lügt sie über den tatsächlichen Zustand an: den Zustand des eigenen Gesichts, den Zustand des Landes, den Zustand des Volkes, den Zustand der Wirtschaft, den Zustand des Bildungssystems, den Zustand Europas und so weiter.

Das Volk liebt es dagegen frisch und unverfälscht. Und so erfreuen sich Bilder der jungen Angela Merkel vom FKK-Strand an der Ostsee höchster Beliebtheit in diesem so eigenartigen Wahlkampf. Die Bilder sind inzwischen der Hit im Datenverkehr von E-Mail und „WhatsApp“, wo Fotos vertraulich getauscht werden können, und begehrter als alle Wahlprogramme. Wer noch kein Foto hat, wende sich an den Genossen seines Vertrauens.

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