Bayern und die Büchse der Pandora

Der Süden hat gewählt, und der alte Hallodri Horst Seehofer dürfte in Kürze als Ministerpräsident bestätigt werden. Und diesmal sogar ohne Zustimmung der FDP, weil die Liberalen im Freistaat gerade ihre Parlamentsbüros ausräumen wegen Nicht-Erreichens aller Wahlziele. Die CSU hat wieder die absolute Mehrheit, die SPD ist nicht weit über 20 Prozent hinausgekommen. Und so scheint es, als hätte in Bayern eine Restauration stattgefunden.

Weit gefehlt. Das Ergebnis zeigt Durchbrüche im bürgerlichen Wall, der noch von Franz Josef Strauß errichtet worden war: „Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben“, hatte Strauß als Dogma der CSU verkündet. Seine Epigonen haben es aber nicht geschafft, die „Freien Wähler“ wieder aus dem Landtag zu drängen. Die sind zwar nicht mit NPD oder REP zu vergleichen, aber die neun Prozent für die „Freien“ sind – und das ist schlimmer – aus dem Fleisch der CSU geschnitten. Damit hat Seehofer die Wahl gewonnen, aber nach der Bayern-Wahl öffnet sich eine Perspektive für die Neuausrichtung des deutschen Parteiensystems.

Das vorläufige amtliche Endergebnis für Bayern zeigt, dass neben den neun Prozent für die Freien weitere 10,6 Prozent an Gruppierungen außerhalb des CSU-SPD-Grüne-FDP-Spektrums gingen. Damit haben 20 Prozent der bayerischen Wähler unkonventionell gewählt.

Für die Bundestagswahl heißt das für die Blockparteien: Die Büchse der Pandora ist längst geöffnet.

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