SPD lässt wieder Zeitungen sterben

Was schon bei Einstellung der „Westfälischen Rundschau“ klar wurde, bestätigt sich jetzt bei der Verlagsgruppe Madsack in Hannover. Für das bevorstehende Ende der einstmals blühenden deutschen Zeitungslandschaft ist die SPD unmittelbar mitverantwortlich. Madsack („Hannoversche Allgemeine“) will nur noch von Hannover aus die überregionalen Nachrichten seiner anderen Blätter produzieren lassen. Für die Ostsee-Zeitung (Rostock), Leipziger Volkszeitung, Märkische Allgemeine (Potsdam) und Kieler Nachrichten bedeutet dies das Ende ihrer redaktionellen Selbstständigkeit; viele Redakteure werden ihre Arbeitsplätze verlieren.

Beim allgemeinen Geheul über das Schrumpfen der Madsack-Qualitätspresse wurde übersehen, dass die SPD-Medienholding DDVG (Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft) rund ein Viertel der Madsack-Anteile hält. Mit einem Veto hätte SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks, die bei der DDVG das Sagen hat, die Auflösung von vier Mantelredaktionen verhindern können. Wie blanker Zynismus erscheinen die Angaben der DDVG zur eigenen Unternehmensphilosophie: „Das Engagement im Segment der regionalen Tageszeitungen trägt zum Erhalt einer lebendigen mittelständischen Presselandschaft bei.“

Was wirklich wichtig für die SPD-Fimra DDVG ist, wurde vor einigen Tagen deutlich: Die DDVG investierte in eine Flohmarkt-App für Smartphones.

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