Energiewende dreht durch

Der 20. November 2013 war das Stalingrad der deutschen Energiewende. An diesem Tag meldete ihre wichtigste Einheit, die Firma Bard, dass sie keine neuen Offshore-Windparks im Meer mehr bauen wird. Der „Offshore-Pionier“ (so die staatsnahe Nachrichtenagentur adn dpa) dürfte etwa 800 Millionen Euro verbrannt haben, muss jetzt Leute entlassen und Produktionsstätten schließen. Mit dem Aus von Bard geht das Energiewende-Ziel, den meisten „grünen“ Strom von Windkraftanlagen aus Nord- und Ostsee zu beziehen, zugrunde. „Der Traum ist aus“, jammerte adn dpa und kann es gar nicht fassen: „Bard dreht das Windrad nicht mehr weiter.“ Früher hätten Chefredakteure ihre Qualitätsjournalisten noch mit Aschenbechern beworfen, wenn sie jemand anderen als Jesus Christus als „Heilsbringer“ bezeichnet hätten. Aber bei den dpa-Qualitätsjournalisten Heiko Lossie und Hans-Christian Wöste wird die Firma Bard so bezeichnet, die Windräder vor Borkum betreibt.

Die Verwendung des Begriffs „Heilsbringer“ zeigt aber auch die Religionsersatz-Funktion der Energiewende, die den deutschen Teil der Menschheit vor dem Teufel Klimawandel bewahren soll. Die Energiewende ist jedoch als Glaubensgemeinschaft in jeder Hinsicht untauglich. Zu viele Glücksritter, zu viele Pleitiers und zu viele als Wissenschaftler daherkommende Scharlatane haben alles ruiniert.

Und Politiker haben sich blamiert. Der frühere niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatte 2008 noch über Bards frisch angeschaltete Windmühlen gesagt: „Wir sind heute an einem für Deutschland wichtigen Schritt beteiligt.“ Was der naive Wulff, der auch schon den Islam als zu Deutschland gehörend bezeichnet hatte, nicht ahnen konnte: Der wichtige Schritt ging auf den Abgrund zu. Das hätte ihm allerdings jeder nicht von Staatsknete abhängige Physiker oder Energieexperte damals schon sagen können. Und dass die Nordsee nicht mit dem Wannsee vergleichbar und kein Ort für eine Stromproduktion ist, weiß außerdem jeder Schiffer, der dort fährt.

Bei Bard war es ein langsamer Tod, und heute ist der Name ein „Mahnmal für die Energiewende“, wie adn dpa ganz richtig schreibt. Erst hatte sich ein russischer Investor verabschiedet, dann wurden Teile der Anlagen an eine andere Windfirma, die Windreich AG, verkauft. Die ist inzwischen pleite. Die gesamte Windbranche geht den Bach runter. Von 18.000 Arbeitsplätzen sollen 5.000 akut bedroht sein. Auch die Solarbranche hat schon tausende Arbeitsplätze verloren und zählt nur noch 5.000 Beschäftigte.

Genauso wie die Windenergie ist auch “Photovoltaik … bedeutungslos, zu teuer und technisch problematisch für die Energieversorgung eines Industriestandorts wie Deutschland”, stellt Jürgen Langeheine in seinem Buch Energiepolitik in Deutschland – Das Geschäft mit der Angst (ISBN 978-3-86992-054-2) fest. “Wir bauen also gigantische Kapazitäten auf, um damit am Ende weniger Strom zu produzieren”, fasste Jochen Homann, der Präsident der Bundesnetzagentur zusammen.

Inzwischen geht eine Solarfirma nach der anderen pleite, was Marktwirtschaftler nicht wundert. Subventionierte Wirtschaftsbereiche waren noch nie lebensfähig, und die Solarwirtschaft ist wieder so ein Beleg in der langen Liste sinnloser Subventionen. In Zahlen ausgedrückt: Durch die Pleiten von Centrotherm, Q-Cells, Solarhybrid, Solon, Suntech und die Abwicklung von Bosch Solar Energy schmolzen 16 Milliarden Euro von Anlegern und Großinvestoren in der Sonne dahin. Weitere acht Milliarden werden folgen, wenn Phoenix Solar, SMA Solar und Solarworld endgültig baden gehen. Noch wird Solarworld-Chef Frank Asbeck von adn dpa als “Sonnenkönig” gefeiert, obwohl er seine Schuldzinsen nur noch mit Mühe zahlen kann und die potenziellen Konkursverwalter schon in Lauerstellung sind.

Angesichts der Milliarden-Pleiten und der hohen Verluste gutgläubiger Anleger gehört sofort ein Untersuchungsausschuss des Bundestages installiert, der aufklärt, wo die für die erneuerbaren Energien ausgegebenen Gelder geblieben sind. Fast 100 Milliarden Euro Subventionen haben die Stromkunden seit 2000 für Subventionen nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz bezahlt, ohne dass die Stromversorgung sicherer geworden ist. Derweil steigt der Ausstoß von Kohlendioxid in Deutschland. Dutzende von Milliarden Anlegergelder und Kredite sind in der Wind- und Solarenergie verbrannt worden.

Es muss geklärt werden: Welche Politiker sind für die Vernichtung von Volksvermögen verantwortlich und können sie zur Rechenschaft gezogen werden? Welche Unternehmer haben den Konkurs ihrer Energiefirmen verschleiert und Anleger noch umworben, als sie längst pleite waren? Welche Banken haben wider besseres Wissen Kredite gegeben? Wurden die Kredite in Fonds gesteckt und Anlegern angedreht? Wie konnte es passieren, dass bei einer Firma wie Bard 800 Millionen Euro Schulden auflaufen und die Gläubiger (Banken) auf die Durchsetzung ihrer Forderungen verzichten?

Von der Energiewende wird nichts bleiben. Dennoch hat sie ihren Platz in den Geschichtsbüchern gesichert: als größter Wirtschaftsskandal mit staatlicher Beteiligung in der deutschen Nachkriegsgeschichte.

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