Europa brennt – Deutschland pennt

Um die mit dem Kampf gegen rechts beschäftigten, für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben kämpfenden und mit dem Schutz des Weltklimas durch die Energiewende beschäftigten und langsam verblödenden Deutschen herum toben regelrechte Aufstände. Zum Beispiel in Frankreich und Italien begehren die Bürger gegen weiter steigende Steuern, korrupte Politiker und das Brüsseler Zentralkomitee der EUdSSR auf, während der deutsche Michel mit dem Koalitionsvertrag beruhigt wird, in dem nichts von Steuererhöhungen steht (er wird sich noch wundern, der Michel).

So meldet die Deutsche Welle einen „Hauch von Revolution im Westen Frankreichs: Bei einer Großkundgebung demonstrierten Zehntausende Bretonen gegen Massenentlassungen und Steuerbelastung. Die Regierung Hollande fürchtet einen Flächenbrand.“ Schon werden die roten Mützen der Demonstranten zum Symbol des Kampfes gegen die sozialistischen Machthaber in Paris, die das Volk wie eine Zitrone ausquetschen wollen. Bereits im Sommer hatten hunderttausende Franzosen gegen die Einführung der Homoehe protestiert, die von den lethargischen Bewohnern der östlichen Rheinseite allerdings noch widerstandslos hingenommen wird. „Die Welt“ wunderte sich: „Ausgerechnet in Frankreich, dem Land der Revolutionen, tun sich Bürger schwer mit der Homoehe. Noch erstaunlicher ist, dass unter ihnen viele junge Menschen zu finden sind.“ Der weitgehend von jedem Verstand befreite Autor muss übersehen haben, dass die Homoehe keine Revolution ist.

Die Stimmung kocht in Frankreich, was vom deutschen politisch-medialen Komplex weitgehend verharmlost oder sogar verschwiegen wird. Auch zur neuen Protestwelle der „Forconi“ (Mistgabeln) in Italien gab es nur ein paar Meldungen, in denen es hieß, Demonstranten hätten die Turiner Innenstadt blockiert. Hintergründe wurden nicht gegeben. Für die mit der Demokratieabgabe gestärkte Tagesschau war ohnehin alles klar: „Sie wollen nicht links und nicht rechts sein, werden aber von Rechtsextremisten bereits unterwandert.“ Besser hätte Eduard von Schnitzler im „Schwarzen Kanal“ des DDR-Fernsehens den demokratischen Protest auch nicht desavouieren können.

Dank Internet ist jedoch mehr zu finden, zum Beispiel der Bericht eines „Modesto“ in „Das Gelbe Forum„. Er schreibt am 11. Dezember 2013: „Italien – die uns verschwiegene Protestwelle der Forconi. Guten Morgen an alle Foristen und Leser, Forconi – Mistgabeln – Symbol des Protestes der Armen, geboren einst in Sizilien. In den deutschen Medien nicht zu finden, möchte ich kurz umreißen, was hier seit 2 Tagen passiert. Angefangen hat es mit den kleinen Spediteuren, welche das produktive Herz Italiens blockieren, Wichtige Autobahnknoten und Zubringerstraßen im Norden, vor allem um Turin und Milano, werden verstellt seit 2 Tagen. Ihnen schließen sich seitdem an: Studenten, Arbeitslose, kleine Gewerbetreibende, Bauern, Esodati (die, welche Monti von heute auf morgen zu 2 Jahren ohne Rente verdonnert hat – von 65 auf 67 in einem Schritt – und die seitdem mit einem Sozialscheck von 412 Euro vegetieren).

Die Forconi halten in den Großstädten auch Wache vor Institutionen, vor allem in Rom sind sie vor den Regierungsgebäuden präsent und haben nicht vor zu gehen… Mütter küssen Carabinieri und rufen: Wir sind doch wie Ihr und Ihr seid wie wir! Die Bewegung versucht, es nicht eskalieren zu lassen, aber die Wut ist groß und viel hat sich angestaut. Gestern im TV kamen Mittagsesser der Caritas zu Wort, welche vorher Mittelständler waren und im Zuge der Krise und der Billigimporte aus China etc. auf einen Schlag völlig verarmt sind – zusammen mit ihren ehemaligen Arbeitern. Man sah gestandene Männer weinen wie Kinder, weil sie ihre Familien nicht mehr ernähren können und keine Wohnung mehr haben.

Ich möchte laienhaft die 5 Forderungen übersetzen, welche gezeigt und kommuniziert werden: 1. Gegen die Wild West-Globalisierung, die Arbeitsplätze verschlingt. 2. Gegen diese Art von Europa – Rückkehr zur Souveränität des Volkes und der Währung. Man fordert eine Parallelwährung zum Euro, die im Land Geltung hat und ein Referendum des Volkes dazu. 3. Zurückeroberung der Demokratie. 4. Weg mit einer Regierung der Selbsternannten, Änderung des Wahlrechts (Porcellum – Schweinerei) sobald als möglich und Wahlen. 5. Sie wollen ihre Menschenwürde zurück, Schluss mit der Austeritätspolitik. Für die kommende Woche wird eine Großdemo in Rom organisiert, an welcher Millionen Menschen aus dem ganzen Land teilnehmen sollen.“

In der vom deutschen politisch-medialen Komplex verspotteten „Huffington Post“ ist in einem der Blogs von dem italienischen Autor Fabio Plebani zu „Forconi“ zu lesen: „Das überraschende dabei ist, dass sich Gruppen von Polizisten nicht gegen die Protestierenden gestellt, sondern mit ihnen sympathisiert haben. Es ist das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass italienische Polizisten solch eine Aktion geduldet haben, ohne den Gesetzen streng zu folgen. Die Polizei ist immer sehr loyal gegenüber der Legalität gewesen. Eine Loyalität, die den italienischen Staat schon in mehreren Situationen – denken wir an die tragische Zeit der Terroranschläge in Italien – beschützt und gerettet hat. Der Protest ist das Ergebnis von der tiefen Unzufriedenheit des Volks.“

Und Michel schläft.

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