Gotteslästerung im Bundestag

„Kreuzen gegenüber bin ich prinzipiell negativ eingestellt… Gerade weil ich ernst nehme, was es darstellt, lehne ich das Kreuz rundherum ab. Nebenbei finde ich die Hypostasierung des Schmerzes barbarisch, körperfeindlich, ein Undank gegenüber der Schöpfung, über die wir uns freuen, die wir geniessen sollen, auf dass wir den Schöpfer erkennen.“ Dies schrieb der Schrifsteller und habilitierte Orientalist Navid Kermani über das zentrale Symbol des christlichen Glaubens. Man könnte es als Geschreibsel eines muslimischen Narren, dem Respekt gegenüber anderen Religionen auftragsgemäß abgeht, abtun. Oder ihn, wie weiland der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU), ganz einfach von einer Preisverleihung wieder ausladen, nachdem diese und andere Sätze ruchbar wurden. Koch hatte noch, wie man volkstümlich sagt, einen Arsch in der Hose.

Was die in Berlin so alles in der Hose haben, wissen wir nicht und wollen es auch nicht wissen. Aber wie weit die Demütigung und Beleidigung des deutschen Volkes noch gehen soll, zeigt die Einladung an Kermani, vor dem Deutschen Bundestag anlässlich des 65. Jahrestages der Verkündung des Grundgesetzes zu sprechen. „Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen“ beginnt der Text des Grundgesetzes und bringt zum Ausdruck, dass wir in einem christlichen Land leben. Überall in diesem Land stehen Wegkreuze, die uns an die Lehre Jesu Christi und an sein Opfer für die Menschen erinnern. Dazu schreibt Kermani: „Dieser Jesus ist nicht Sohn Gottes und nicht einmal sein Gesandter.“ Oder: „Für mich aber ist das Kreuz ein Symbol, das ich theologisch nicht akzeptieren kann.“

Auch wenn einem übel wird, muss dieses Zitat jetzt auch noch sein: „Ich kann im Herzen verstehen, warum Judentum und Islam die Kreuzigung ablehnen. Sie tun es ja höflich, viel zu höflich, wie mir manchmal erscheint, wenn ich Christen die Trinität erklären höre und die Wiederauferstehung und dass Jesus für unsere Sünden gestorben sei. Der Koran sagt, dass ein anderer gekreuzigt worden sei. Jesus sei entkommen. Für mich formuliere ich die Ablehnung der Kreuzestheologie drastischer: Gotteslästerung und Idolatrie.“

„Ich kann nicht neben jemandem auf der Bühne stehen, der das Kreuz rundherum und prinzipiell ablehnt und es sogar als ‚Gotteslästerung und Idolatrie‘ erklärt“, hatte Kardinal Karl Lehmann 2009 gesagt, als er zusammen mit Kermani einen Preis in Hessen entgegennehmen sollte. Koch lud den Muselmanen daraufhin aus, aber Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) lädt ihn ein und lässt ihn am 23. Mai 2014 ausgerechnet dort reden, wo auch Papst Benedikt schon sprach. Das zeigt, wie sehr sich die CDU verändert hat. Aber gewiss nicht zum Positiven.

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