Der Grieche wird klamm

Griechenland, so ist in einem Bericht der staatsnahen Nachrichtenagentur adn dpa zu lesen, verfolgt hartnäckig weitere Schuldenentlastungen. Der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras kündigte am 26. März 2014 an, als nächste Schritte würden eine Streckung von Zahlungsfristen und eine Senkung der Zinsen angestrebt. Das heißt, das Land kann seine Zinsen jetzt nicht mehr zahlen, was bei einem Staatsschuldenstand von 171,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts keinen Menschen wundert, der mit einem Taschenrechner umgehen kann.

Das ist übrigens derselbe Finanzminister Stournaras, der in der FAZ noch am 8. Februar 2014 feststellte: „Wir haben genug Geld“, Und sein Chef, Ministerpräsident Antonis Samaras, ließ uns seinerzeit wissen, Griechenland habe 2013 einen Primärüberschuss im Staatshaushalt von einer Milliarde Euro erzielt. Jetzt zitiert adn dpa Stournaras mit den Worten, Streckung von Zahlungsfristen und eine Senkung der Zinsen würden eine Art „kleiner (informeller) Schuldenschnitt“ darstellen. Er ging davon aus, dass die Eurogruppe sich im Mai damit befassen werde.

Die Spoekenkiekerei, berichtete am 21. Febraur 2014 zum plötzlichen Wohlstand Griechenlands: „Unsere südeuropäischen Verwandten haben uns natürlich ein Trojanisches Pferd hingestellt. In Wirklichkeit ist das Land pleite. 317 Milliarden Euro Staatsschulden können niemals mehr zurückgezahlt werden. Sämtliche Hilfsprogramme waren nur ein Strohfeuer. Das wird deutlich, wenn die Schulden ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt gesetzt werden: Ende 2011 hatte das Land einen Schuldenstand von 170,3 Prozent. Durch Hilfsmaßnahmen und Schuldenschnitt reduzierte sich die Staatsverschuldung bis Ende 2012 auf 156,9 Prozent. Und stieg bis zum 3. Quartal 2013 wieder auf 171,8 Prozent an. Manchmal sickert was durch, so eine Reuters-Meldung vom 21. Februar 2014, wonach die vier größten Banken Griechenlands dringend fünf Milliarden Euro frisches Kapital brauchen. Der Berliner Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wurde mit seiner Ankündigung eines weiteren Griechenland-Hilfspakets vom Kanzleramt zurückgepfiffen. Aber jeder weiß: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“

Die Rechnung wird natürlich kommen. Nach dem Europawahltag am 25. Mai 2014 ist Zahltag.

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