Ein kolonisiertes Volk

Der Bundestagsabgeordnete und stellvertretende CSU-Vorsitzende Peter Gauweiler hat in einem Interview mit dem „Stern“ (27. März 2014) einen hochinteressanten Satz gesagt: „Das Wesen von kolonisierten Völkern ist, dass sie mit ihrer Obrigkeit in einer fremden Sprache reden müssen.“ Damit ist klar gesagt, in welchem Zustand sich Deutschland in der Europäischen Zwangsunion befindet.

So wird der Deutsche Bundestag nur noch in den seltensten Fällen von der EU-Kommission oder anderen europäischen Einrichtungen mit Dokumenten in deutscher Sprache versorgt. Dahinter steckt Methode. Obwohl der Bundestag in europäischen Dingen lammfromm ist und es nie wagen würde, den immer häufiger wie Kolonialherren auftretenden Eurokraten die Stirn zu bieten, zeigt Brüssel mit der Vorlage fast aller Dokumente in englischer Sprache, dass die Eurokraten einen politischen Diskurs nicht nur in Deutschland, sondern im gesamten deutschen Sprachraum in der EU nicht wollen. Dabei ist Deutsch die am häufigsten gesprochene Sprache in der EU.

Nach Angaben des Bundestagsvizepräsidenten Johannes Singhammer (CSU) in der Main-Post vom 26. März 2014 wurde die Zahl der Deutsch-Übersetzer im EU-Ministerrat auf 26 halbiert. Das zeigt die Brüsseler Arroganz gegenüber den depperten Deutschen, die sich so was bieten lassen.

Der Druck, sich an die europäischen Sprachgepflogenheiten anpassen und in der Sprache der neuen Kolonialherren kommunizieren zu müssen, zeigt sich natürlich auch in anderen Bereichen. Längst hat sich die Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB) geändert. Ihren nach den (gebrochenen) Verträgen zugewiesenen Auftrag, für Geldwertstabilität zu sorgen, verfolgt sie längst nicht mehr, sondern stellt Banken Geld zum Nulltarif zur Verfügung, die es dann an kredithungrige EU-Staaten weiterreichen.

Jetzt soll diese EZB auch noch die Banken, denen sie Geld zur Verfügung stellt, beaufsichtigen. Das ist für sich genommen schon ein Unding. „Die EZB ist als Notenbank nicht die richtige Institution dafür“, sagt der deutsche Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon und fährt fort: „Wenn sie jetzt aus ihrem Sonderstatut etwa beansprucht, dass jeder Akteur künftig in Englisch arbeitet und wir uns in Deutschland vom Handelsgesetzbuch zu trennen haben, um nach internationalen Vorgaben zu bilanzieren, dann ist das ein Holzweg.“ Fahrenschon erläutert: „Wir arbeiten auf Deutsch, unsere Kunden denken deutsch.“

Was Fahrenschon naiv als Holzweg bezeichnet, ist keiner, sondern es handelt sich um die Autobahn in die EU-Diktatur.

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