Qualitätsjournalismus wirkt: Massenflucht der Zeitschriftenleser

Auch im ersten Quartal 2014 lässt sich das erfolgreiche Wirken von Qualitätsjournalisten wie Nikolaus Blome beim Spiegel an den Auflagen nachweisen. Uns interessieren hier nur die „harten“ Zahlen, also Abonnements und Kioskverkäufe. Das Vollpflastern von Flughafen-Wartehallen, Ferienhotels und Universitätsmensen mit kostenlosen Exemplaren beachten wir nicht. Bei diesen harten Zahlen muss der Spiegel im ersten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahresquartal laut IVW einen Verlust von 29.410 Exemplaren (minus 4,2 Prozent) hinnehmen. Blomes seltsame Wahrnehmung von Realität findet jetzt noch 672.753 Käufer.

Der Stern meldet eine Massenflucht seiner Leser. 118.824 (minus 22,3 Prozent) zahlende Käufer meldeten sich ab. Das einstige Nannen-Blatt kommt noch auf 414.583 Exemplare. Sinkt der Stern weiter so schnell, ist mit den Kommentaren von Hans-Ulrich Jörges & Co. in vier Quartalen Schluss. Wir werden diesen realitätsfernen Blödsinn auf Hochglanzpapier nicht vermissen. Langsam stirbt auch Focus. Der einstige Spiegel-Herausforderer meldet noch 250.944 verkaufte Exemplare, was ein Minus von 8,8 Prozent (24.163 Hefte) bedeutet. Die Herausforderung ist längst Geschichte, man muss die Bilanzen nicht kennnen, um zu wissen, dass Focus hohe Verluste macht. Interessant ist, dass die „Landlust“ mit ihrer kurzzeitig erreichten Millionenauflage eine Supernova zu sein scheint – erst irre Zuwachsraten und dann langsames Verglühen. Im Zeitungsladen war schon seit einiger Zeit zu beobachten, dass das früher schnell ausverkaufte Produkt aus dem Landwirtschaftsverlag im westfälischen Münster länger in den Regalen lag. Die Auflage sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 136.748 (minus 12,6 Prozent) auf 952.426 Hefte.

Was wirklich zieht, sind harte Nachrichten, die jedoch in der Berliner Märchenwelt des politisch-medialen Komplexes ähnlich beliebt sind wie objektive Frontanalysen vom OKW Anfang 1944. Helmut Markwort brachte die Wirkung gut recherchierter Nachrichten mit dem Slogan „Fakten, Fakten, Fakten“ auf den Punkt. Davon will heute im politisch-medialen Komplex keiner mehr was wissen. Doch dank Internet sind Wahrheiten zum Beispiel über Europa und Finanzen nicht aufzuhalten. Mit politkorrekter Aufregung bestätigt der Mediendienst turi 2 die Entwicklung: „Michael Maier, Ex-Chefredakteur von ,Berliner Zeitung‘, ,stern‘ und Netzeitung.de, hat mit den Deutschen Wirtschafts-Nachrichten im Internet seit 2012 eine kleine Erfolgsgeschichte geschrieben. Inzwischen beschäftigt er in Berlin 15 feste Redakteure und 20 Freie. Kritiker stören sich am Alarmismus und antieuropäischen Ressentiments der Seite.“

Der politisch-mediale Kompelx kann sich noch so oft über Alarmismus, Populismus und antieuropäischen Ressentiments echauffieren. Die Wahrheit lässt sich nicht aufhalten. Nachdem die Zeitschriftenverlage auf Regierungs- und Blockparteien-Propaganda umgeschaltet haben, bekommen sie von den Lesern die Quittung.

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