Energiewende ohne Arbeitnehmerrechte

Dass die Natur und Kapitalanleger bei der Durchsetzung der Energiewende so gut wie keine Rechte haben, wurde hier schon mehrfach beschrieben. Daher wundert es nicht, dass es um die Arbeitnehmerrechte in Energiewende-Betrieben auch nicht zum Besten steht. So machte jetzt der „Windkraftpionier“ Enercon (so die staatsnahe Nachrichtenagentur adn dpa) von sich reden. Gewerkschafter in Betriebsräten will das im ostfriesischen Aurich ansässige Unternehmen nicht, was die IG Metall verärgert. Die Gewerkschaft zeigte sich „hochgradig alarmiert“, dass Arbeitnehmer in einer Enercon-Gießerei, die einen Betriebsrat gründen wollten, eingeschüchtert wurden. Die Vorwürfe lauten, dass Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld nicht gewährt würden, wenn der Unternehmensführung unangenehme Kandidaten gewählt werden.

Das Enercon-Verhalten hat mit einer modernen Sozialpartnerschaft nichts zu tun. Wer sich übrigens in der Gegend umhört, kann gerade von Gießerei-Mitarbeitern hinter vorgehaltener Hand hören, dass es mit dem Arbeitsschutz bei Enercon nicht besonders weit her sein soll. Die Leute schweigen aber in der Öffentlichkeit, weil sie Angst haben. Das Unternehmen breitet sich auch durch Immobilienkäufe und Firmengründungen wie ein Krake in Ostfriesland aus, das man besser Enercon-Land nennen sollte. Die Gewerbeaufsicht schaut demonstrativ weg. Schließlich helfen Ausbeuter-Betriebe wie Enercon das Klima retten.

Enercon-Chef Hans-Dieter Kettwig wird bei adn dpa wie folgt zitiert: „Wir stellen fest, dass wir seit 1998 Betriebsräte in vielen Firmen haben, die aber unabhängig organisiert sind. Und von diesem Weg lassen wir uns nicht abbringen.“ Das sitzt einer auf einem sehr hohen Ross. Was sagen eigentlich die Grünen dazu, die doch sonst Arbeitnehmerrechte und den Gesundheitsschutz so hoch halten?

Überhaupt ist Enercon sehr verschwiegen. Der viertgrößte Windkraftanlagenhersteller der Welt hatte in den vergangenen 15 Jahren ein jährliches Wachstum von 28 Prozent zu verzeichnen. Wo das Geld dafür herkommt, erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Den bei anderen Energiewende-Pleitiers beliebten Weg der Börsenfinanzierung über Aktien und Anleihen scheint das Unternehmen zu meiden. Viele der Anlagen werden über undurchsichtige geschlossene Fonds finanziert. Ein Wachstum wie in früheren Jahren sei nicht mehr zu erwarten, heißt es in der im Bundeanzeiger veröffentlichten Bilanz für 2012, in der aber ein Wert aufhorchen lässt: Die Enercon-Erlöse außerhalb der EU stiegen angeblich um 90 Prozent. So hohe Steigerungsraten bei Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien sind traditionell sehr verdächtig und waren zuletzt von Prokon zu hören. Wie bekannt sein dürfte, ist Prokon pleite.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Energiewendemärchen abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s