Qualitätsjournalismus wirkt: Zeitungsauflagen fallen

Die von den fortschrittlichen Kräften immer geforderte Einstellung der BILD-Zeitung und Schließung des Springer-Verlages rückt näher. BILD verlor im ersten Quartal 2014 gegenüber dem Vorjahresquartal 128.505 Exemplare bei der verkauften Auflage (harte Auflage ohne Werbeaktionen und Mensa-Abwürfe) und verbreitet jetzt noch 2,256 Millionen Exemplare täglich. Zur Erinnerung: Es waren mal über fünf Millionen.

Problematisch für den Springer-Vorstandsvorsitzenden und Hochstapler Mathias Döpfner wird, dass der Käufer seiner Print-Titel, die Essener Funke-Gruppe, ebenfalls schwer am Stock geht. Die frühere Goldkuh „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) wirft immer weniger ab. Die WAZ, die einst am Wochenende 1,4 Millionen Exemplare Auflage hatte, verkaufte im ersten Quartal 634.547 Exemplare täglich – ein Minus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Wenn Banker das lesen, wollen sie gar nicht mehr so gerne Kredit geben, liebe Familie Funke. Und da hilft es auch nicht, dass der unfähige Chefredakteur Ulrich Reitz gefeuert wurde. Die Maßnahme kam Jahre zu spät, die Schäden sind irreparabel.

Von den übrigen überregionalen Zeitungen gibt es nur zu berichten, dass die Auflagen gleichmäßig fallen. Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine, WELT, Handelsblatt, taz und Neues Deutschland hatten zusammen im ersten Quartal 2014 eine Auflage von 902.573 Exemplaren. Das sind 24.422 Käufer weniger (minus 2,7 Prozent) als im Vorjahresquartal.

Wie BILD verliert auch BILD am Sonntag drastisch und zwar um 4,8 Prozent auf 1,175 Millionen. Die Unterschreitung der Millionen-Grenze ist eine Zeitfrage. Auch die Zeit scheint den Zenit erreicht zu haben. Das Hausblatt des gut betuchten grünen Bürgertums gibt 4.071 Stück ab und hat aber noch bequeme 515.502 Exemplare. Die WELT am Sonntag hält sich weiter bei 400.850. Anzeigenkunden sollten sich hier fragen, warum die Grenze von 400.000 nie fällt, sondern seit Quartalen immer knapp gehalten wird – angesichts der drastisch sinkenden Qualität der Texte besonders fragwürdig. Auch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung muss mit einem Minus von 3,8 Prozent (Auflage jetzt: 256.666) heftig Federn lassen.

Totgeschwiegen von allen Medien und Mediendiensten wird der anhaltende Erfolg der Berliner konservativen Wochenzeitung „Junge Freiheit“, deren verkaufte Auflage von 21.514 auf 22.627 stieg. Bordexemplare gibt es hier nicht. Den kostenlos fliegenden Politikern soll mit der realistischen Sicht der Dinge durch die JF schließlich nicht das diätengesättigte Wohlgefühl verdorben werden.

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