Zäsur: Geld nichts mehr wert

Was nichts kostet, ist bekanntlich nichts wert – jedenfalls im materiellen Sinne. Dieser Zustand bricht bei der Euro-Währung in diesen Tagen an. Durch verschiedene Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) und des an ihrer Spitze stehenden Geldfälschers Mario Draghi ist der Preis des Geldes (für die Banken) auf null gesunken. Banken bekommen Geld umsonst – so viel sie haben wollen und so viel sie brauchen. Folglich brauchen sie Sparern keine oder kaum noch Zinsen mehr zahlen, wenn es das Geld bei Draghi umsonst gibt.

Nun ist das mit der Geldentwertung nicht so, dass jemand einen Hebel umlegt und die vielen bunten Scheine dann auf einen Schlag nichts mehr wert sind. Selbst die Reichsmark hatte nach dem Zusammenbruch von Hitlers „Tausendjährigem Reich“ noch einen gewissen Restwert und wurde im Verhältnis 10 Reichsmark zu einer D-Mark umgetauscht. Vorfahren der heutigen Berliner Räuberbande hielten sich schon 1948 an den Hypothekenschuldnern schadlos und brummten ihnen pro D-Mark Schulden 9 Mark Hypothekengewinnabgabe auf. Dies sollte all denen ein Warnsignal sein, die noch glauben, mit der Entwertung des Euro ein Geschäft machen zu können.

Das Geschäft macht immer der Staat. An Warnungen, den Sparern drohe durch die jüngste EZB-Maßnahmen eine Enteignung, fehlt es nicht. In einem gemeinsamen Appell betonten die Präsidenten des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken, des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft: „Niedrigzinsen enteignen Sparer.“ Die anhaltende Niedrigzinspoliitk beschädige die dringend notwendige Altersvorsorge, sagt etwa Sparkassen-Verbandspräsident Georg Fahrenschon. Für die „Neue Zürcher Zeitung“, eine der wenigen noch unabhängigen Zeitungen im deutschsprachigen Raum, ist „die kalte Enteignung längst Teil der neuen Realität – und wird es vermutlich noch lange Zeit bleiben“.

Konkret bedeutet die Niedrigzinsphase, dass auf ein Sparbucch mit 3.000 Euro heute noch 4,50 Euro Zinsen gezahlt werden (0,15 Prozent). Zu DM-Zeiten gab es für die umgerechnet 6.000 D-Mark auf dem Sparbuch noch 180 Mark Zinsen statt jetzt knapp 9 Mark. Die Allianz-Versicherung hat ausgerechnet, dass die deutschen Sparer 2012 5,8 Milliarden Euro durch die Niedrigzinspolitik verloren haben – Geld, dass für die Altersvorsorge, für Konsumausgaben und zum Beispiel für die Enkelkinder fehlt. Dafür strichen südeuropäische Länder nach Allianz-Berechnungen Zinsgewinne ein – Spanien 11,5 Milliarden Euro und Italien 12,5 Milliarden.

Man darf sich jetzt nicht wundern, dass der Bundesverband Deutscher Banken die Erklärung gegen die Enteignung der deutschen Sparer nicht mitgezeichnet hat. Dort sind nämlich genau die Institute wie die Deutsche Bank vertreten, die sich für null Zinsen Geld bei der EZB leihen und es in Staatsanleihen von Griechenland, Italien, Spanien und Frankreich pumpen. Denen würde sonst niemand Geld leihen, der Zins wäre ohne EZB explodiert, und diese Länder müssten endlich auf die Sparbremse treten. So können sie sich für drei Prozent (Deutschland sogar unter zwei) problemlos weiter verschulden, und zahlen diese Schulden mit dem durch die Inflation wertlos gewordenem Geld zurück. So haben sie es immer getan, nur noch nie haben Politiker so schamlos gelogen wie heute und noch mit stabilem Geld im Wahlkampf geworben wie die CDU.

Man darf sich jetzt auch nicht wundern, dass die wirklich drastische Warnung der kleinen Banken, Sparkassen und der Versicherungen vor einer Enteignung der Sparer keinen Widerhall in der Politik findet. Den Politikern im Bundestag war das Thema nicht einmal eine „Aktuelle Stunde“ wert. Das Volk ist ihnen egal. Wann aber sind dem Volk die Politiker nicht mehr egal?

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