Energiewende: Schnapsidee mit Preis bedacht

Am deutschen Wesen soll die Welt genesen – wieder einmal. Wurden zunächst kaiserliche Truppen zur Weltbeglückung entsandt, so stapften später die Sturmtruppen des „Führers“ kreuz und quer durch Europa. Jetzt rücken grüne Gutmenschen – natürlich in Zivil – aus, um die Welt zu beglücken. Denn wir alle müssen ja bekanntlich Energie sparen, um das Klima zu retten. Im ostafrikanischen Kenia werden die Menschen mit einer preisgekrönten Idee beglückt: Die Firma REHAU bekam den deutschen Ideenpreis für ihre Anlage „Rehau Home Gas“. Das deutsche Institut für Betriebswirtschaft stellte ganz gutmenschlich orientiert fest, die Mikrobiogasanlage überzeuge hinsichtlich ihres gesellschaftlich-kulturellen sowie ökologischen Mehrwerts.

Lassen wir zunächst REHAU selbst zu Wort kommen: „Gemäß dem Prinzip (Anm: Genitiv kennen die auch nicht mehr) ,Hilfe zur Selbsthilfe‘ werden für den Betrieb der Anlage jene Ressourcen genutzt, die dem Land und den Menschen vor Ort zur Verfügung stehen: Die leistungsfähige und kostengünstige Anlage basiert auf der Nutzung von Kuhdung.“ Die Anlage funktioniert simpel: Mit der Hilfe der Kuhscheiße wird eine Gasflamme erzeugt, die angeblich Kochen ohne Feuerholz ermöglicht. Es gelange weniger Kohlendioxid und Methan in die Atmosphäre. Mit Tränen in den Augen lesen wir, dass das Sammeln von Feuerholz entfällt, „und den Kindern und Jugendlichen bleibt mehr Zeit für Schulbildung“. Alle haben es geahnt: Mehr Bildung und Energiewende sind selbst in Afrika untrennbar. Angestrebt wird mit Hilfe des deutschen Steuerzahlers eine flächendeckende Verbreitung des Konzepts.

Natürlich werden mit den Biogasanlagen keine Probleme gelöst, sondern neue geschaffen. Deutlich wird das an einem Satz der REHAU-Pressemitteilung: „Eine zusätzliche Einnahmequelle durch Milchverkauf wird durch die Anschaffung von Kühen ebenfalls gefördert.“ Die zusätzlichen Kühe werden die Überweidung in Kenia verstärken und durch ihre Blähungen (jeder Bauer weiß, was die Viecher furzen) so viel klimaschädliche Schadstoffe ausstoßen, dass die Ökobilanz des Projekts ganz klar negativ ist. Das deutsche Institut für Betriebswirtschaft hat eine Schnapsidee ausgezeichnet.

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