Qualitätsmedien lügen durch Verschweigen

Manchmal ist es sinnvoll, Berichte an die Seite zu legen und abzuwarten, was deutsche Qualitätsmedien einschließlich des mit der Demokratieabgabe gestärkten Fernsehens aus den Themen machen. Der herrschende Mainstream vermittelt, dass in Fukushima eine schreckliche Strahlenkatastrophe passiert sei und dass der Weltklimabericht der Uno mehr erneuerbare Energien fordere, um den uns allen drohenden Hitztod zu verhindern.

Dazu passt natürlich nicht, was am 6. April 2014 in der FAZ zu lesen war: Danach stellte das „Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Auswirkungen der atomaren Strahlung“ (Unscear) fest, die in Fukushima frei gewordene Strahlung habe keine unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung gehabt; es gab kein höheres Krebsrisiko, und es werde auch nicht mit statistisch nachweisbaren Gesundheitsfolgen gerechnet. Außer der FAZ hat kein deutsches Medium die Sache aufgegriffen, was zeigt, wie sehr der Qualitätsjournalismus bereits unter der Fuchtel der Berliner Energiewendepolitik steht. „Das teure Großprogramm ,Energiewende‘ darf nicht gestört werden“, kommentierte Rainer Hank in der FAZ. Die Energiewende hat mit dem UN-Bericht eine ihrer, wenn nicht gar die wichtigste Grundlage verloren: Die deutschen Atomkraftwerke wurden bzw. werden noch abgeschaltet, weil Fukushima gezeigt habe, welche Gefahren von der Kernenergie ausgehen und weil Atomkraftwerke nicht erdbebensicher sind. Darüber schreibt aber in Deutschland kein Journalist mehr.

Der Weltklimarat der Vereinten Nationen (IPCC) hat im dritten Teil seines Klimaberichts, der im April in Berlin abgeschlossen wurde, den Ausbau nichtfossiler Energieträger befürwortet. Das war in allen Zeitungen zu lesen. Nur in der FAZ vom 8. April 2014 und seitdem nirgendwo mehr stand aber, dass zu den nichtfossilen Energieträgern für den IPCC nicht nur Sonne, Biomasse und Photovoltaik gehören, sondern auch Atomkraft und die unter dem Kürzel CCS bekannte Methode der Abscheidung von Kohlendioxid in Kohlekraftwerken. Darin sollten jedes Jahr 147 Milliarden Euro investiert werden, in fossile Energien hingegen 30 Milliarden Euro weniger. Auch darüber schreibt kein Journalist in Deutschland. Die geistige Unterwerfung unter die Energiewende-Regierung in Berlin ist perfekt.

Die Abschaltung der deutschen Kernkraftwerke wird planmäßig fortgesetzt. Im Mai 2015 wird das bayerische Kernkraftwerk Grafenrheinfeld stillgelegt. Fehlt in Deutschland Strom, soll ihn dann das franzöische Uralt-Atomkraftwerk Fessenheim liefern. Nach einem Bericht der Qualitätszeitung DIE WELT vom 10. April 2014 zählt Greenpeace Fessenheim zu den gefährlichsten Anlagen in Europa. Grund sei nicht nur das hohe Alter der Anlage, sondern die Lage des Atomreaktors Fessenheim „in einer der seismisch aktivsten Regionen Europas“ nur einen Kilometer hinter der deutschen Grenze. Auch die EU-Kommission, der in Deutschland inzwischen ein götzenähnlicher Status zugebilligt wird, kritisierte schon 2012 die mangelnde Erdbebensicherheit von Fessenheim.

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