Unfassbar: Wieder Judenhass in Deutschland

Der israelische Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, schildert in einem Beitrag in der Frankfurter Rundschau am 22. Juli 2014, was auf Demonstrationen von Ausländern und Zivilgesellschaft in Deutschland passiert: „,Jude, Jude, feiges Schwein. Komm heraus und kämpf allein.‘ ,Hamas, Hamas – Juden ins Gas.‘ ,Scheiß-Juden, wir kriegen euch!‘ Wo sind wir? Wo hören wir diese Sprechchöre? In Nazi-Deutschland im Jahr 1934? Nein. Diese Parolen werden bei Demonstrationen in Deutschland im Jahr 2014 gerufen. Seit März 2012 bin ich Botschafter des Staates Israel in Deutschland. Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich in diesem Land Zeuge solcher hasserfüllter, volksverhetzender und antisemitischer Erscheinungen in aller Öffentlichkeit werden würde, hätte ich es wohl nicht für möglich gehalten.

Siebzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind in den Straßen Berlins und in vielen anderen Städten in ganz Deutschland tatsächlich wieder Aufrufe zur Vernichtung des jüdischen Volkes zu hören. Und die Demonstranten flüstern nicht. Laut und deutlich und unüberhörbar verkünden sie ihre Parolen. Sie stehen auch nicht irgendwo abseits. Sie versammeln sich direkt vor der Gedächtniskirche in Berlin oder in der Innenstadt von Gelsenkirchen.“

Und der deutsche Staat und seine Regierung tun nichts dagegen. Die Demonstrationen werden nicht aufgelöst, moralische Lichtgestalten wie Wolfgang Thierse, Margot Käßmann und wie sie alle heißen sind nicht zu sehen. Parlamentarier ducken sich weg. Es gibt keine Sondersitzungen des Bundestages oder des Innenausschusses. Nach den üblichen Pauschalverurteilungen wird zur Tagesordnung übergegangen. Niemand will wahrhaben, dass die Geister, die nach Deutschland gerufen wurden, nicht wieder loszuwerden sind. Die Willkommenskultur, Vielfalt und Toleranz verkehren sich in ihr Gegenteil. Aus Vitaminen werden Gifte. Und der Tod wird wieder zum Meister aus Deutschland.

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