Heimlich geht die Industrie

Der Jubel bei der Energiewendern dürfte kein Ende nehmen: Am 29. Juli 2014 berichtete der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), dass die erneuerbaren Energien im Schnitt 28,5 Prozent des Stroms decken. Die Pressemitteilung ist weitgehend ein Märchen aus einer immer schöner werdenden Welt. Es fehlt jeder Hinweis darauf, dass an Tagen mit vielen Wolken und wenig Wind die Erneuerbaren nicht einmal ein Prozent des Strombedarfs liefern und dann konventionelle Kraftwerke einspringen müssen. Von den 28,5 Prozent haben weder Verbraucher noch Industrie irgendwas. Und von der von der staatsnahen Nachrichtenagentur adn dpa an diesem Tag verbreiteten Meldung „Kräftiger Schub für Windkraft in Deutschland“ kann man nur Schrecken und Angst bekommen. Mit der installierten Leistung von 1.723 Megawatt schon im ersten Halbjahr 2014 dürfte das von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) im Rahmen der EEG-Reform gesteckte Mengenziel von 2.500 Megatt Windstromanlagen im Jahr weit übertroffen werden. Die Zeche zahlen die Verbraucher. Eine große Umwelt- und Naturzerstörung gehört zu den Begleiterscheinigungen. Und bei Windstille liefern die Windmühlen bekanntlich keinen Strom.

Andere Zahlen aus der BDEW-Pressemitteilung wurden allgemein ignoriert, sollten aber um so mehr zu denken geben. Danach ging der Erdgasverbrauch um fast 20 Prozent zurück. Und das nicht nur wegen des milden Winters: „Der Produktionsrückgang in der chemischen Industrie verstärkte diese Entwicklung“, schreibt der BDEW. Der Stromverbrauch sank um fünf Prozent. Auch hier nahm die Industrie weniger ab. Gerade die deutsche chemische Industrie kann nicht klagen und hat gute Produkte im Angebot. BASF ist der größte Chemiekonzern der Welt. Aber immer, wenn in Deutschland eine alte Chemieanlage dichtgemacht wird, entsteht ein neues Werk im Ausland, vor allem in den USA, wo Energie sehr preiswert ist. So sagt die Industrie leise Servus zu den grünbekloppten Deutschen. Und die sind noch froh darüber.

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