Beruhigungspillen vom Finanzexperten

Wieder hat ein Staat gemacht, was alle Staaten in regelmäßigen Abständen tun: Argentinien ist pleite, Staatsanleihen werden nicht mehr bedient. Nach der Lehre des Begründers der Volkswirtschaft, Adam Smith, ist der Staatsbankrott in einer Schuldenwirtschaft zwangsläufig, und auch Voltaire wusste schon vor über 200 Jahren, dass Papiergeld stets zu seinem inneren Wert zurückzukehren pflegt.

Beachtlich sind aber die Beuhigungspillen, die den deutschen Sparern über die staatsnahe Nachrichtenagentur adn dpa verabreicht werden: „Deutsche Sparer müssen sich wohl keine Sorgen machen“, fabulierte ein dpa-Qualitätsjournalist. Und fand einen Experten, der das bestätigte: Anders als Argentinien hätten die Länder der Eurozone nach den Verwerfungen durch den griechischen Schuldenschnitt ihre Lektion gelernt, so Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank. Sie setzten nun bei Krisenfällen auf Reformen, statt Gläubiger zum Forderungsverzicht zu drängen.

Dabei steht in allen Anleihebedingungen der Euroländer (auch Deutschland) die Möglichkeit zum Schuldenschnitt, Österreich hat gerade Staatsgarantien auf Anleihen einfach zurückgenommen und damit auch deutsche Sparer (DWS-Fonds) und Steuerzahler (über Verluste der BayernLB) enteignet. Die angebliche Reformfreudigkeit der Euroländer kann man in Griechenland, Frankreich, Italien und Spanien bewundern. Ökonomen wie Schulz wollen offenbar die Lawine nicht sehen, die auf uns zurollt.

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