Finanzkolonie Deutschland

Die Unabhängigkeit der Deutschen Bundesbank ist längst Geschichte. Es war Sinn und Zweck der Europäischen Währungsunion, diesen Eckpfeiler der Stabilität zu beseitigen und den Euro in eine Weichwährung zu verwandeln. Warum wohl ist Axel Weber als Bundesbankpräsident zurückgetreten, warum der Chefvolkswirt Jürgen Stark? Mit der Schaffung der europäischen Bankenunion ist die Entmachtung des deutschen Volkes und die Entrechtung der Bundesbank perfekt. Wenn es um die wichtige Bankenaufsicht geht, hat die Bundesbank bei der Europäischen Zentralbank (EZB) nichts mehr mitzureden. Bankenfragen regeln die Geldfälscher des EZB-Präsidenten Mario Draghi mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) direkt. Die hat keinen unabhängigen Status wie die Bundesbank, sondern ist eine von Weisungen der Bundesregierung abhängige Behörde. Die Verlagerung auf die BaFin hat kürzlich der Deutsche Bundestag beschlossen.

Vergeblich hatte die von Jens Weidmann geführte Bundesbank die Sorge geäußert, sie werde künftig nur die Rolle eines „Subunternehmers“ gegenüber der EZB haben. Die Härte der Stellungnahme entsprach der eines Wackelpuddings. Die Degradierung zum Subunternehmer war Sinn und Zweck der Übung, Herr Weidmann! Wenn die Frankfurter Bundesbanker noch einen Arsch in der Hose hätten, wären sie nach dem Verlust des letzten Rests ihres Einflusses geschlossen zurückgetreten.

Statt dessen hat sich auch Weidmann kaufen lassen – so sieht es jedenfalls aus. Auch andere Bundesbank-Vorstände sind Sesselkleber erster Güte: Carl-Ludwig Thiele etwa erhielt noch von der FDP ein Altenteil im Bundesbank-Vorstand. Und jetzt schickt die CDU Johannes Beermannn, einen altgedienten Parteisoldaten, zuletzt Minister in Sachsen, in den Vorstand. Der hat auch zeitlebens mit jedem Leitwolf mitgeheult.

Man darf nicht vergessen, dass Weidmann aus dem Kanzleramt kommt und früher zusammen mit Jörg Asmussen (EZB-Vorstand, heute Staatssekretär im Arbeitsministerium) die gesamten Finanzmarktlockerungen eingetütet hat, die 2007/8 die Finanzkrise auslösten. Hieß es bisher in der deutschen Qualitätspresse, Weidmann habe sich vom deregulierenden Saulus zum stabilitätsbewussten Paulus gewandelt, so dürfte die Beschreibung Wolf im Schafspelz besser zutreffen. Der Mann hatte den Auftrag, den letzten Widerstand gegen die Weichwährungs-Strategen in der Bundesbank in der mittleren und unteren Ebene zu brechen, und das hat er geschafft. Weidmann handelt in fremdem Auftrag.

Würde es noch eines Beweises bedürfen, hier ist er: Am 21. November, als sich die Berliner Blockparteien-Prominenz mit dem Bundespfaffen an der Spitze beim Bundespresseball volllaufen ließ, war in Frankfurt ein Bankenkongress, auf dem Draghi sprach. Das führte sofort zum Absturz des Eurokurses und zu einem explosionshaften Anstieg der Aktienkurse – wie immer, wenn der Geldfälscher irgendwo das Wort ergreift.

Dann sprach Weidmann. Kein Wort kam aus seinem Mund gegen den Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB. So wie jeder Volkswirtschaftsstudent im zweiten Semester müsste doch auch Weidmann wissen, dass die Papiergeld-Party bald zu Ende geht, und alle Sparsamen und Fleißigen in Europa werden bluten müssen, während die Reichen ihr Vermögen in Aktien, Gold (mehrwertsteuerfrei übrigens) und Immobilien schon lange in Sicherheit gebracht haben.

Weidmann redete in Deutschland in englischer Sprache. Eine Franzose würde nie auf den Gedanken kommen, in Paris eine Rede in fremder Sprache zu halten. Dies hätte auch seine sofortige Entlassung aus jedem Amt zur Folge. Aber Weidmann redete auf englisch, verriet nicht nur seine Muttersprache. Zu solchen Fällen sagte Peter Gauweiler (CSU): „Das Wesen von kolonisierten Völkern ist, dass sie mit ihrer Obrigkeit in einer fremden Sprache reden müssen.“

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