Deutschland baut an neuem AKW mit

Wer die Berliner Politik mit offenen Augen verfolgt, wundert sich natürlich nicht, dass die Atomausstiegspolitik der Blockparteien nicht die ganze Wahrheit ist. In Wirklichkeit ist Deutschland am Bau eines Kernfusionsreaktors beteiligt, der in Südfrankreich errichtet wird. Dort baut die EUdSSR mit Beteiligung von Russland, USA, China und Japan den Forschungsreaktor „Iter“, der 2020 in Betrieb gehen soll. 17 Milliarden Euro soll das Projekt kosten. Angeblich ist Deutschland nur mit 180 bis 250 Millionen Euro an den Projektkosten beteiligt.

In einer Antwort auf eine Oppositionsanfrage räumt die Regierung aber Kostensteigerungen in nicht absehbarer Höhe ein (Bundestagsdrucksache 17/14764). Aber auch wenn es nur ein Euro aus Deutschland wäre: Der Bau eines Kernfusionsreaktors mit deutscher Beteiligung passt nicht zum Atomausstieg und zur Energiewende. Aber die Verlogenheit geht noch weiter: Ein Großteil der Brennstäbe für die Atomkraftwerke in aller Welt kommt weiterhin aus Deutschland (Firma Urenco). Keine Blockpartei kam bisher auf den Gedanken, die in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen befindlichen Urenco-Fabriken stillzulegen.

Der deutsche EU-Kommissar Günter Oettinger lobt die Kernfusion in höchsten Tönen: Diese Technik habe „das Potenzial, eine zuverlässige, sichere, CO2-freie und nachhaltige Energiequelle zu werden“. Man fragt sich, ob das Handelsblatt Zynismus verbreitet, wenn es von der „guten Atomkraft“ (Ausgabe vom 17. Oktober 2014) schreibt – oder ob das möglicherweise ernst gemeint ist.

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