Qualitätspresse weiter im freien Auflagenfall

„Wir wollen überleben“, hat Alfred Neven DuMont, der Verleger des Kölner Stadt-Anzeigers und Ehrenpräsident des Bundesverbandes der Deutschen Zeitungsverleger, auf dem Verlegertreffen Ende September 2014 gesagt. Nein, so muss die Antwort an Neven DuMont lauten, ihr werdet nicht überleben. Eigentlich seid ihr Zeitungen schon so gut wie tot, Zombies aus einer untergegangenen Welt, als Papier noch der wichtigste Träger für Informationen war und das Internet für etwas Unanständiges gehalten wurde.

Vom Verband der Presse-Grossisten, über dessen Mitglieder Neven DuMont und seine Kollegen einen Großteil ihrer Produkte vermarkten, kommt unheilvolle Kunde: In den ersten neun Monaten des Jahres 2014 machten die Grossisten 7,6 Prozent weniger Umsatz. Im Münchener Hauptbahnhof muss man inzwischen nach einem Zeitungsladen suchen. so sieht’s schon aus.

Wen wundert’s? Die Leute wollen den journalistischen Einheitsbrei nicht mehr lesen. Wie in der DDR, wo in jeder Zeitung dasselbe stand, ist auch heute von Rostock bis Garmisch-Partenkirchen und von Aachen bis Frankfurt an der Oder kein Unterschied in den Inhalten mehr feststellbar. Alle sind gegen rechts, AfD und Pegida, alle für Vielfalt, Toleranz und Masseneinwanderung, und alle sind für Greenpeace und für die Energiewende. Jüngstes Beispiel: Auch drei Tage nach dem Anschlag moslemischer Terroristen in Paris hat die deutsche Qualitätspresse es nicht geschafft, sich inhaltlich mit den Vorgaben des Islam auseinanderzusetzen. Der Koran enthält 25 Befehle zum Töten – und kein Qualitätsjournalist bemerkt die Zusammenhänge mit dem Attentat und anderen terroristischen Anschläge wie in Boston (USA).

Dass BILD mit 2,3 Millionen Auflage immer noch die größte Zeitung Europas ist, liegt nur daran, dass die Auflage des britischen Massenblatts Sun noch schneller fällt. Aber BILD verlor im dritten Quartal neun Prozent der Auflage. Die Südddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung büßten fünf Prozent ein. DIE WELT machte Verluste von 4,7 Prozent, im Einzelverkauf sogar von 25,6 Prozent. Ohne die in diesen Zahlen enthaltenen Bordexemplare für Flugzeuge und die in Ferienhotels massenhaft abgeworfenen Zeitungsexemplare summieren sich die Verluste der Süddeutschen Zeitung sogar auf 8,6 Prozent und die der WELT auf 11,2 Prozent. Und selbst diese Zahlen sind wahrscheinlich genauso manipuliert wie die redaktionellen Inhalte der Qualitätspresse.

Wie sagte der amerikanische Publizist David Carr so schön: „Gedruckte Tageszeitungen werden aussterben wie Analog-Fotografie und Videotheken.“ Also Herr Neven DuMont, das letzte Stündlein eurer Qualitätszeitungen schlägt bald.

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