Qualitätsmedien reden AfD klein

Wenn ein unerwünschtes Ergebnis durch die deutschen Qualitätsmedien schon nicht verhindert werden kann, dann wird es kleingeredet. Kurz nach der Schließung der Wahllokale in Hamburg am 15. Februar 2015 begannen die Demoskopen in ARD und ZDF mit einem unglaublichen Eiertanz: Sie stellten den Einzug der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) in Frage und sahen sie „um die fünf Prozent“.

Tatsächlich ergaben die vorliegenden Rohdaten, dass die AfD auf jeden Fall in die Bürgerschaft einziehen würde. Aber Spiegel online hatte noch bis weit nach 20.00 Uhr am Wahlabend die Überschift im Netz stehen: „SPD siegt klar in Hamburg, FDP bleibt drin, AfD wackelt.“ Bei den bis dahin vorliegenden Hochrechnungen wackelte gar nichts mehr. Trotzdem schrieb Spiegel online in einem Teaser (inzwischen aus dem Netz entfernt): „Olaf Scholz hat mit der SPD nach ersten Prognosen die Bürgerschaftswahl in Hamburg gewonnen. Die FDP schafft erneut den Sprung ins Parlament. Die eurokritische AfD muss dagegen bangen.“ Tatsächlich korrigierten ARD und ZDF quasi halbstündlich die zuvor nach unten manipulierten AfD-Werte nach oben. Amtliches Endergebnis: 6,1 Prozent.

Wenig überraschend heißt es in den Qualitätsmedien und bei den Blockparteien, das Hamburger Ergebnis tauge nicht für weitere Prognosen. Warum eigentlich nicht? Die drastisch gesunkene Wahlbeteiligung zeigt sehr wohl, dass viele Bürger mit den Blockparteien CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke und FDP nichts mehr tun haben wollen – auch nur begrenzt mit der AfD. Wenn deren Chef Bernd Lucke konstatiert, 70 Prozent in Hamburg hätten links gewählt, so stimmt das nicht. Bezogen auf die Wahlbeteiligung waren es 35 Prozent. Und das ist schon was anderes.

Für die CDU ist das Ergebnis ganz unabhängig von der Höhe der Wahlbeteiligug nicht nur ein Fiasko, sondern schlimmer: eine Todesahnung. Wie es weitergeht, beschreibt Reinhard Müller in der FAZ am 17. Februar 2015 zutreffend: „Es wächst … auch ein bürgerliches Lager jenseits der Union heran, das man nicht ohne weiteres komplett unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stellen kann. Dessen Anhänger haben schon eine erfolgreiche parteipolitische Form gefunden, und sie entdecken zudem die Straße als Raum des Protests.“

So ist es. Die CDU und die CSU sind tönerne Kolosse ohne Substanz, inneren Halt und ohne Werte. Ein kräftiger Windhauch reicht, und sie fallen in sich zusammen

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