Die Orientalisierung Deutschlands

Manchmal, so sagt der Volksmund, findet sogar eine blinde Henne ein Korn. Die zur Funke-Gruppe (einstmals WAZ-Gruppe) gehörende Westfalenpost ist so ein Fall. Normalerweise nur noch zum Einwickeln der Markteinkäufe zu gebrauchen, fiel die westfälische Qualitätszeitung mit einem treffenden Kommentar auf. Es ging um die zunehmende Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr. „Das Verkehrsverhalten auf deutschen Straßen spiegelt in dramatischer Weise den moralischen Verfall jener überkommenen Sitten, auf denen sich unser Gemeinwesen gründet… Hinter diesen Verhaltensmustern wird eine Welt- und Werteanschauung deutlich, in der das Füreinander vom Gegeneinander abgelöst worden ist. Moralische Instanzen und Übereinkünfte haben ihre Gültigkeit verloren.“

Die Beobachtung ist richtig. In Großstädten wie Berlin ist zu erleben, dass rote Ampeln oft nur noch Beleuchtungsfunktion haben. Es hält sich fast niemand mehr daran. Fußgänger ignorieren die Lichtzeichen, Radfahrer auch, und in jüngster Zeit sind immer mehr Autofahrer zu beobachten, die bei Rotlicht noch schnell in die Kreuzung einfahren.

Wer den Autoverkehr in Istanbul, Kairo oder früher Damaskus erlebt hat, weiß: Auf unseren Straßen findet nicht nur ein Verfall der öffentlichen Ordnung statt, sondern eine Orientalisierung des Straßenverkehrs. Deutschland verändert sich.

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