Das Ende der Volkspartei CSU

Wenn der Begriff „Volkspartei“ jemals zutraf, dann auf die CSU. Das ist Geschichte. Beim einstmals „größten Stammtisch der Bundesrepublik“, dem Politischen Aschermittwoch im niederbayerischen Passau, musste die CSU-Führung sogar den Rentner Edmund Stoiber reaktivieren, um wenigstens etwas Stimmung in die ausgedünnten Reihen in der Halle zu bringen. Dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer sei anzusehen gewesen, dass er sich nach dem Ruhestand zu sehnen scheine, schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Beiden – Seehofer und Stoiber – dürfte nicht entgangen sein, dass der Stammtisch gewaltig geschrumpft ist. 7.000 bis 8.000 Teilnehmer seien in der Halle unterzubringen, notierte die Qualitätszeitung DIE WELT am 8. Februar 2005. Zehn Jahre später, am 19. Februar 2015, berichtete die FAZ, es sei gar nicht so einfach, „Bierzeltatmosphäre vor rund 4.000 Leuten in einer Mehrzweckhalle im Gewerbegebiet herzustellen“. In einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 19. Februar 2015 ist von 3.500 Teilnehmern die Rede. Vom viel beschworenen Geist des Franz Josef Strauß, der voll besetzte Hallen ohne Schwierigkeiten zum Kochen bringen konnte, war nichts mehr zu spüren. Die Süddeutsche zitiert den „CSU-affinen“ Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuter, der Seehofers Rede als „stinklangweilig“ bezeichnete. Die Rede spiegelte damit den Zustand der Partei wider.

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