Ägypten – Musterland für Vielfalt und Toleranz

Schon die Überschrift in der Süddeutschen Zeitung am 11. Februar 2015 löste die schlimmsten Befürchtungen aus: „Der Islam gehört zur Museumsinsel“. Jetzt will auch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (übrigens Inhaber großer Raubkunstbestände aus dem Bereich der Religion des Friedens) am Aufbau der vielfältigen und toleranten Zivilgesellschaft mitwirken. Ganz im DDR-Sprech früherer Jahre liest sich das dann in dem Namensartikel von Stiftungspräsident Hermann Parzinger so: „Die Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz haben die gesellschaftspolitische Notwendigkeit erkannt, Orte neugierigen Begegnens und interkulturellen Lernens zu sein.“ Besser hätte das seinerzeit im Neuen Deutschland auch nicht formuliert werden können.

Weiter ist zu lesen: „Am 1. April 2015 wird im Bode-Museum auf der Berliner Museumsinsel eine von den Staatlichen Museen zu Berlin initiierte Ausstellung mit dem Titel ,Ein Gott – Abrahams Erben am Nil‘ eröffnet, die das Zusammenleben und die gegenseitige Durchdringung der drei Weltreligionen Islam, Judentum und Christentum in Ägypten beschreibt. Keine der drei Religionen wäre heute ohne die lange gemeinsame Geschichte das, was sie ist.“

Die gemeinsame Geschichte lässt sich in wenigen Sätzen am Beispiel Ägyptens darstellen: Bis 640 nach Christus war das Land eine blühende Provinz und die Kornkammer des Oströmischen Reiches (Byzanz). Nach dem Einfall der Muselmanen wurde die einheimische christliche Bevölkerung (Kopten) erst zunehmend unterdrückt und später weitgehend ausgerottet. Die Eroberer ernährten sich überwiegend vom Sklavenhandel (geraubte Koptenkinder oder Nubier) und vom Plündern altägyptischer Gräber (von der Beute ist auch viel in Ihren Museen gelandet, Herr Parzinger). Kulturell oder wirtschaftlich spielte Ägypten über die folgenden Jahrhunderte nie wieder eine Rolle und war – restlos ausgeplündert – eine der ärmsten Provinzen des Osmanischen Reiches.

Ein kleines Zwischenhoch erlebte das Land nach dem Zweiten Weltkrieg mit den islamkritisch eingestellten Präsidenten Nasser, Sadat und Mubarak. Nach dem Sturz Mubaraks gewann der Islam wieder die Oberhand. Das Land versinkt seitdem im Chaos. 100.000 der letzten Kopten sollen seit Beginn des „Arabischen Frühlings“ (der in Wirklichkeit ein Winter ist) aus Ägypten geflüchtet sein. Andere christliche Minderheiten gibt es so gut wie gar nicht mehr. Die letzten Juden haben Ägypten schon lange verlassen.

Es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass dies alles in der Ausstellung keine Rolle spielen, sondern uns Ägypten als erfolgreicher multikultureller Schmelztiegel und Beispiel für eine vielfältige und tolerante Gesellschaft vorgeführt werden wird.

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