Lügenpresse reloaded: Die „Pegida-Attacke“ auf das Flüchtlings-Camp

Unter der Überschrift „Rechtsextreme gehen auf Flüchtlingscamp los“ berichten Handelsblatt online und zahlreiche deutsche Medien (unter anderem Deutschlandfunk) über den letzten Pegida-Spaziergang in Dresden am 2. März 2015. Zugrunde lag ein Bericht der staatsnahen Nachrichtenagentur adn dpa. „Nach dem Ende einer Pegida-Kundgebung haben in Dresden etwa zwei Dutzend Rechtsextreme ein Protestcamp von Flüchtlingen vor der Semperoper attackiert. Die Polizei konnte Schlimmeres verhindern.“

Bei den deutschen Qualitätsjournalisten ging nun die Phantasie durch. Konnte man Pegida den in Dresden ermordeten Migranten schon nicht anhängen, so müsste doch jetzt wenigstens ein Angriff auf ein Camp friedliebender Flüchtlinge drin sein: „Die Auseinandersetzungen um ein Flüchtlingscamp vor der Dresdner Semperoper eskalieren. Mehrere hundert Teilnehmer einer Pegida-Demo versuchten am Abend, das Camp zu attackieren“, war im Tagesspiegel zu lesen. Vor der Semperoper sei ein „koordinierter Übergriffsversuch auf die parallel stattfindende Kundgebung der dortigen Flüchtlinge und ihrer Unterstützer“ erfolgt. Ähnliche Berichte brachten Die Welt und der Stern in in ihren Online-Ausgaben. In den „Dresdner Neuesten Nachrichten“ wurde aus der Attacke schon ein „koordinierter Übergriffsversuch aus zwei Richtungen“. Wie ein Frontbericht liest sich der Bericht vom Platz vor der Semperoper: „Die Polizei wehrte die Durchbruchsversuche der Pegida-Anhänger ab.“ Die Zeitung versuchte, den „Durchbruchsversuch“ mit unscharfen Fotos zu dokumentieren. Die Welt stellte noch ein Video online, das jedoch an Harmlosigkeit nicht zu überbieten ist. Wer einmal „Durchbruchsversuche“ beim Revolutionären 1. Mai der Berliner Zivilgesellschaft miterlebt hat, weiß sofort, dass es sich hier um einen völlig harmlosen Spaziergang gehandelt hat.

Aber zur Sache. Da man sich auf die Lügenpresse selbst beim Wetterbericht nicht mehr verlassen kann, hilft ein Blick in die Originalquellen, zum Beispiel in den Bericht der Dresdner Polizei über die Pegida-Demonstration vom 2.März 2015. Dort heißt es: „Nach Ende der Versammlung auf dem Neumarkt (Anmerkung: das war die Pegida-Veranstaltung) begaben sich einige Personen in Richtung Theaterplatz. Letztlich hielten sie sich im Bereich der Sophienstraße sowie am Theaterplatz auf. Zwischen diesen Personen und den noch auf dem Theaterplatz befindlichen Personen kam es wechselseitig zu verbalen Provokationen. Tätliche Auseinandersetzungen wurden durch Polizeikräfte, darunter die Polizeireiterstaffel, unterbunden.“

Das liest sich ganz anders als der von der Lügenpresse behauptete Versuch einer Erstürmung eines Flüchtlingscamps.

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