Würden Sie griechische Anleihen kaufen?

Schon die Frage ist rhetorisch. Dennoch gelang es der griechischen Regierung am 18. März 2015, sich über die Ausgabe von kurzfristigen Papieren 1,3 Milliarden Euro am Kapitalmarkt zu beschaffen. Der Zins war mit 2,7 Prozent so hoch wie im Vormonat, obwohl sich die finanzielle Lage Griechenlands drastisch verschlechtert hat. Zwei Möglichkeiten: Entweder haben die Griechen einen Trick gefunden, um noch ein paar Tage über die Runden zu kommen, oder Europas oberster Geldfälscher Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) wirkte im Hintergrund.

Gute Lagebeschreibungen finden sich in ausländischen Zeitungen. So ist der Zeitung „Delo“ aus Slowenien unter der Überschrift „Athens Misere ist nur ein Vorgeschmack“ zu lesen: „Die EU hält im Umgang mit Griechenland an Regeln fest, die dem Untergang geweiht sind. Das Problem ist, dass die EU und Brüssel im Streit mit Athen a priori nicht recht haben können, weil die Mitgliedsländer noch immer so tun, als ob mit ihren Regeln alles in Ordnung sei. Und als sei eine weitere griechische Amputation unausweichlich. Berlin hat noch weniger recht, weil es erwiesenermaßen ganz Europa noch immer mit dem falschen Mittel heilen will und gewollt oder ungewollt zum Despoten in Europa geworden ist. Athen ist vielleicht wirklich ein Exzess, den man nach den gültigen europäischen Regeln nicht retten kann, doch sind die Griechen dabei nicht das Hauptproblem. Das Hauptproblem liegt in der falschen Vorgehensweise, das zu retten, was zu diesem Exzess geführt hat. Je länger Europa an dieser Vorgehensweise festhält, umso eher wird es dort landen, wo die Griechen bereits sind.“

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