Na also: Grüne gegen Windräder

In Berlin die großen Reden für die Energiewende halten und vor Ort dagegen zu sein, ist für einen echten grünen Vertreter der Zivilgesellschaft überhaupt kein Problem. Das ganze grün-rote System in Baden-Württemberg funktioniert nach dem Muster, Windenergie ist eine tolle Sache, aber der Anblick dieser Räder stört uns hier bei der Spazierfahrt im Porsche Cayenne, und deshalb baut die Dinger bitte woanders. Außerdem reduziert der Blick aufs Windrad den Wert der von den Eltern ererbten Villa, und so etwas mögen grüne Schwaben schon gar nicht leiden.

Dieses Verhalten grassiert aber überall, wie uns eine Pressemitteilung der Grünen aus Lünen (Kreis Unna, NRW zeigt): „Noch immer liegt keine Genehmigung zum Bau der geplanten Windkraftanlage südlich des Kanalwaldes in Gahmen vor. Doch längst wurden mit der Motorsäge Fakten geschaffen, beklagt Thomas Matthée vom Lünener Ortsverband der GRÜNEN. Mittlerweile verläuft durch den ökologisch höchst wertvollen Wald eine 20 m breite Schneise direkt an dem Brutplatz eines Habichts vorbei. Weder die Ernennung zum Vogel des Jahres 2015 noch die bestehenden artenschutzrechtlichen Vorschriften konnten ihn davor schützen. Auch das Engagement der ehrenamtlichen Naturschützer lief ins Leere.“

Vor dem Hintergrund, dass jährlich hunderttausende von Fledermäusen geschreddert werden und Greifvögel wie der Rote Milan in Ostdeutschland durch den Betrieb von Windrädern bereits ausgerottet wurden, ist diese grüne Pressemitteilung echt der Hammer: „Jetzt wird deutlich, dass es doch besser gewesen wäre, auch in Lünen zunächst ein öffentliches Verfahren zur Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergie durchzuführen. Dann hätte zumindest die Chance bestanden, die ökologische Wertigkeit des Kanalwaldes mit seinen alten Eichen- und Buchenbeständen, einschließlich der seltenen Vogelarten, darunter mehrere geschützte Greifvogel- und vier Spechtarten sowie weitere Fledermausarten, bei der Standortfindung zu berücksichtigen.“

Angesichts der Entwicklung in Lünen und an zu vielen anderen Orten in Deutschland ist es geradezu ein Witz, dass Umweltministerin Barbara Herndricks (SPD) den Habicht zum „Vogel des Jahres 2015″ ausrufen ließ. Vor dem Hintergrund des brutalen Vogelmords durch Windräder wird die Perfidie in der Mitteilung der Ministerin überdeutlich, da sie nur zum besseren Schutz von illegal verfolgten Greifvögeln aufruft. Wenn ein Vogel vom Windrad zerhackt wird, ist das nach der Lesart der Ministerin völlig in Ordnung. Der Tod des Vogels und die Ausrottung seiner Art dient schließlich der Schaffung einer besseren Gesellschaft und letzlich der Rettung der Welt. Hendricks erklärte, das illegale Töten der Vögel sei kein Kavaliersdelikt: “ Für den Artenschutz ist es daher wichtig, solche Verstöße zur Anzeige zu bringen.“

Zur Ausrottung des Roten Milan in den neuen Ländern durch die Windräder schweigt die SPD-Politikerin.

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