Warum nicht gleich Debatten auf Englisch?

Nicht an ihren Worten, an ihren Taten sollt ihr sie erkennen, heißt es sinngemäß in der Bibel, die aber für heutige Christdemokraten keine Rolle mehr spielt und auch vom größten Teil des entchristlichten Volkes vergessen worden ist. Es geht hier aber nicht um das Christentum an sich, sondern darum, wie Politiker reden und wie sie dann handeln.

Der zunehmende Gebrauch der englischen Sprache im politischen Betrieb in Berlin ist ein Ärgernis. Es entsteht aber der Eindruck, dass die Leitung des Bundestages dagegen ankämpft, dass immer mehr EUdSSR-Dokumente in englischer Sprache in Berlin vorgelegt und auch dem Bundestag zum Abstimmen gegeben werden. Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CSU) haut gern in die Kerbe und verlangte zum Beispiel angesichts der Debatte über den EU-Fortschrittsbericht zum geplanten Beitritt der Türkei, diesen auch in deutscher Sprache vorzulegen. Auf Grundlage des englischsprachigen Berichts zu debattieren, sei „von außerordentlichem Nachteil“, empörte sich Singhammer.

Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert zeigte sich mit dem Sprachenregime der EU unzufrieden. Nach einem Treffen mit der Vizepräsidentin der EU-Kommission, Kristalina Georgieva, forderte Lammert in einer Pressemitteilung eine „pragmatische Lösung für die notwendige Vereinfachung des Sprachenregimes in der EU“. Nach wie vor verlaufe selbst die Übersetzung wichtiger und eiliger Dokumente nicht reibungslos, erläuterte Lammert und betonte: „Wir sind an einer effizienten Lösung interessiert.“

Wie effizient in Berlin gewirtschaftet wird, zeigte sich an der Debatte des Bundestages zur Schaffung der europäischen Bankenunion, mit der Deutschland seine letzten Zuständigkeiten im Finanzwesen an Brüssel abgab und quasi seine Eigenstaatlichkeit verlor. Die Brüsseler Vorlage umfasste rund 100 Seiten in englischer Sprache, eine Übersetzung gab es nicht, nur eine zweiseitige Zusammenfassung – erstellt von der Bundesregierung. Damit war dieses Parlament zufrieden. Protest rührte sich nicht. Unser Vorschlag: Die Abgeordneten sollten sich nicht mehr zieren und gleich auch die Debatten in englischer Sprache führen, dann werden die Reden in Brüssel und am Finanzplatz London besser verstanden. Das deutsche Volk spielt doch ohnehin keine Rolle mehr und ist dieser Politikergeneration auch völlig egal.

Wie immer präzise auf den Punkt genau beschrieb solche Situationen der leider aus dem Bundestag ausgeschiedene CSU-Politiker Peter Gauweiler: „Das Wesen von kolonisierten Völkern ist, dass sie mit ihrer Obrigkeit in einer fremden Sprache reden müssen.“

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Eine Antwort zu Warum nicht gleich Debatten auf Englisch?

  1. europadernationen schreibt:

    In der Qualitätspresse heißt es für die Wähler zur europäischen Einlagensicherung: „Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) stemmt sich gegen Vorschläge von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.“ Tatsächlich sind es Schäuble und Co., die die Voraussetzungen für all diesen Unfug geschaffen haben.
    Wie gut für die Eliten, daß die meisten Wähler deren Sprache nicht verstehen…

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