Energiewende verseucht das Grundwasser

In keiner grünen Sonntagsrede darf der Schutz des Grundwassers fehlen. Der Konsument der deutschen Qualitätspresse hat inzwischen gelernt, dass „Fracking“ (Gasförderung) die größte Bedrohung seines Trinkwassers darstellt. Zwar gibt es in Deutschland kein Fracking, aber das macht nichts. In diesem Zusammenhang fehlen auch Warnungen vor zu hoher Nitratbelastung des Grundwassers nicht. Man erfährt, dass die Bauern schuld sind, die zu viele Schweine halten, und damit entstehen Forderungen nach veganer Ernährung. Der Verzicht auf Schweinefleisch dient schließlich auch Vielfalt und Toleranz, denn Moslems dürfen kein Schweinefleisch essen.

Der Vorstandsvorsitzende des nordrhein-westfälischen Wasserversorgers Gelsenwasser, Henning Deters, fasste in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, schön zusammen. Ihn sorge weniger der Preis des Wassers, sondern die Qualität, die er durch die umstrittene Gasfördermethode Fracking sowie Belastungen durch Medikamente, Chemikalien und Nitrate gefährdet sieht. Beim Fracking sei nicht auszuschließen, „dass selbst kleinste Mengen der giftigen Frackingflüssigkeit ins Grundwasser gelangen.“ Das Umweltbundesamt warnt ebenso wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vor zu hoher Nitratbelastung. Und auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), der die Stadtwerke vertritt, verlangt, die landwirtschaftlichen Betriebe stärker in die Pflicht zu nehmen.

Natürlich darf Greenpeace nicht fehlen. Zusammen mit einem halben Dutzend selbsternannter, vielleicht auch echter Natur- und Umweltschutzverbände macht Greenpeace eine Horrorrechnung auf: Die Überdüngung aus der intensiven Landwirtschaft verursache heute schon Kosten von jährlich bis zu 25 Milliarden Euro für die Sicherung sauberen Trinkwassers. Agrarindustrielle würden mit Mega-Mastanlagen (aus denen kommt Gülle) massiv zur Überdüngung beitragen.

Die Wahrheit kommt natürlich weder bei Greenpeace noch allen anderen Nitrat-Kritikern vor. Eigentliche Ursache der Überdüngung ist der massive Anbau von Mais, der für die Biogasanlagen gebraucht wird. Die wiederum bilden wegen angeblicher Grundlastfähigkeit bei der Stromerzeugung das Rückgrat der Energiewende. Mais braucht 300 Kilo Dünger pro Hektar – und immer mehr Agrarland wird für den Maisanbau verwendet. Der Mais wandert dann nicht in die Bäuche der Schweine, wie uns Greenpeace und andere Apostel der Energiewende glauben machen wollen, sondern in die Biogasanlagen. Richtig Geld verdient wird in der Landwirtschaft derzeit nur mit dem Maisanbau für Energiezwecke. Nicht umsonst haben sich die Landpreise seit 1995 verdoppelt.

Aus dem Land gibt es riesige Probleme mit der Überdüngung, die aber in Berlin nur als sorgfältig kaschierte Veröffentlichungen und verniedlichende Gutachten zum Beispiel des Sachverständigenrates für Umweltfragen ankommen. Vor Ort sind ganz andere Töne zu hören. Das Landratsamt Sigmaringen (Baden-Württemberg) verstärkt die Kontrollen von Silos und Biogasanlagen, weil es verstärkt zu Gewässerverunreinigungen gekommen ist. Grund ist „unsachgemäßer Betrieb“ der Anlagen. Das heißt: Subventionen werden gerne kassiert, doch wie so eine Biogasanlage richtig zu betreiben ist, wissen die Bauern oft nicht. Das Landratsamt Sigmaringen spricht von „teilweise unhaltbaren Zuständen“.

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