Tiefstand nationaler Würdelosigkeit

Die Berliner Blockparteien haben die Huldigungen des Bundespfaffen an die Adresse der marodierenden Roten Armee schweigend hingenommen. Einen traurigen Höhepunkt erreichte die Demütigung des deutschen Vaterlandes und seiner Gefallenen durch den Bundespräsidenten Joachim Gauck am zentralen Ehrenmal für die Rote Armee im brandenburgischen Lebus. Es war erschütternd zu sehen, wie deutsche Soldaten dort Spalier stehen mussten. Alles wirkte wie eine Reinkarnation der Nationalen Volksarmee der DDR, die auch bei solchen Terminen anzutreten hatte.

Doch die Hoffnung darf nicht aufgegeben werden. Solange eine Stimme dagegen hält, ist der Kampf für das Vaterland noch nicht verloren, ist die Ehre der deutschen Soldaten und der anderen deutschen Kriegsopfer noch nicht verloren. Diese Stimme kommt aus Bayern. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) war am 1. Juni 2015 ein Leserbrief des früheren Bundesministers Carl-Dieter Spranger (CSU, Entwicklungshilfe) zu lesen. Spranger war zu Bonner Zeiten einer der loyalsten Diener des Staates, und niemals wäre es ihm eingefallen, öffentlich das Staatsoberhaupt zu kritisieren. Spranger muss eine Gewissensnot antreiben, die bereits in die Richtung der Widerstandskämpfer des 20. Juli geht.

Er erinnert in seinem Leserbrief an den 8. Mai 1995. Damals habe er „die Rede des damaligen französischen Staatspräsidenten Mitterrand im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt in Berlin miterleben (können), wo er die gefallenen deutschen Soldaten so ehrte: ,Sie waren tapfer. Sie nahmen den Verlust ihres Lebens hin. Für eine schlechte Sache, aber diese Heldentat hat damit nichts zu tun. Sie liebten ihr Vaterland.‘

Welten trennen den deutschen Bundespräsidenten und hohe deutsche Repräsentanten aus Politik, Medien und Gesellschaft in ihrem Schweigen über die deutschen Soldaten zum 8. Mai 2015 vom ehemaligen französischen Staatspräsidenten. Der Bundespräsident ehrte nicht deutsche, sondern sowjetische Soldaten und würdigte die Rote Armee Stalins als Befreier Deutschlands. Der Bundestag verpflichtet den deutschen Steuerzahler, zehn Millionen Euro an überlebende ehemalige Kriegsgefangene zu zahlen – an sowjetische, nicht an deutsche. Doch nicht nur die deutschen Soldaten, sondern alle Opfer des Zweiten Weltkriegs haben diese deutschen Repräsentanten vergessen und beschwiegen: die vielen Millionen toter deutscher Männer, Frauen und Kinder, getötet, ermordet, verhungert, verbrannt, vergewaltigt, erfroren, verstorben – im Krieg, bei Flucht und Vertreibung, im Bombenterror, in den Straf- und Konzentrationslagern der Sowjetunion und des früheren Ostblocks oder in amerikanischen Gefangenenlagern wie in den Rheinwiesen.

Ein anderer französischer Präsident, Charles de Gaulle, hat einmal gesagt: ‚Die Kultur eines Volkes erkennt man daran, wie es mit seinen Toten umgeht.‘ Das Verhalten deutscher Repräsentanten zum 8. Mai 2015 zeigt danach einen bisher weltweit unbekannten historischen und kulturellen Tiefstand nationaler Würdelosigkeit. Das belegt auch die Ansprache von Frank Richter, Direktor der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, zum Volkstrauertag 2011 im Sächsischen Landtag, wo er sagte: ,Die Toten sind die, die ihre Würde nicht mehr zu verteidigen vermögen. Der Tod konnte ihre Würde nicht zerstören. Er hat sie uns überlassen. Geben wir den Toten die Ehre, … leisten wir einen Akt menschlicher Anständigkeit und Solidarität.“

Den Worten des ehemaligen Ministers werden Taten anderer Deutscher folgen. Nach dem weltweit unbekannten historischen und kulturellen Tiefstand nationaler Würdelosigkeit wird es wieder aufwärts gehen.

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