Sieger Griechenland

Natürlich ist klar, das eine Lösung in der griechischen Frage gefunden wird. Nachdem Kanzlerin Angela Merkel die Rettung des Euro als „alternativlos“ bezeichnet hatte, hatten die völlig überschuldeten Griechen das Spiel gewonnen. Böse Ahnungen, was die neuen Vereinbarungen wert sein werden, beschlichen den früheren Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) und früheren Staatssekretär Jürgen Stark in einem Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 10. Juni 2015: „Welches auch immer das Ergebnis dieser Posse sein wird, die Abmachungen werden nicht das Papier wert sein, auf dem sie niedergeschrieben werden. Wann sieht man endlich ein, dass Griechenland ein gescheiterter Staat ist?“

Das ist allgemein bekannt, wird aber ebenso wenig eingeräumt wie das absehbare Scheitern der DDR ab Mitte der 80er Jahre. Lieber gab Bonn noch einen Miliarden-Kredit, um Honeckers sterbendem System Leben etwas mehr Leben einzuhauchen. Wie sich die Bilder gleichen!

Nur die Summen sind heute gewaltiger: Griechenland hat bisher von den internationalen Gläubigern 325 Milliarden Euro erhalten. Das ist mehr als der Haushalt der Bundesregierung in einem Jahr. Dazu kommen Überziehungskredite von der Europäischen Zentralbank (sogenannte Targetsalden) in Höhe von 100 Milliarden Euro. Die Griechen konnten in aller Ruhe ihre Konten auflösen und das Geld in bar abheben, womit sie nach Wiedereinführung einer eigenen Währung (deren Wert schnell verfallen würde) etwas stabilere Euros unter dem Kopfkissen gebunkert oder im Hühnerstall vergraben haben. Kostenpunkt: 43 Milliarden Euro Notkredite der EZB an die griechischen Banken, damit die alle Kunden auszahlen konnten.

Die Griechen haben uns im Euro-Poker ganz schön abgezockt. Das haben Merkel und ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nun davon, dass sie die südeuropäische Verwandtschaft für Amateure hielten. Respekt, Herr Tsipras.

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