Die Schuldenblase wird platzen

Was haben deutsche Konsumenten und die Volksrepublik China gemeinsam? Die Antwort: Beide sind überschuldet. So hat sich die Verschuldung in China seit 2007 von 7,4 Billionen auf 28,2 Billionen Dollar vervierfacht. Die schlechter werdenden Wirtschaftsdaten und Kurszusammenbrüche einiger chinesischer Unternehmen zeigen das bevorstehende Platzen der Blase an – so wie es vor jedem Erdbeben und jedem Vulkanausbruch Vorzeichen gibt. Natürlich sind die anderen Staaten auf diesem Planeten nicht viel besser als China. Die internationale Verschuldung (untersucht wurden die 47 größten Volkswirtschaften) hat sich seit 2000 verdoppelt. Zu Beginn der Finanzkrise 2007 lag die Verschuldung nach einer Untersuchung des McKinsey Global Institute bei 142 Billionen Dollar, jetzt beträgt sie 199 Billionen Dollar. Niemand rechnet damit, dass diese Schulden jemals getilgt werden.

Nach einer Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Creditrefom sind die Bundesbürger aber keinen Deut besser als die Staaten. Fast jeder zehnte Verbraucher in Deutschland ist überschuldet – und das sind beileibe nicht die Fälle, in denen der Dispokredit bis zum Anschlag ausgereizt ist. Das ist erst die erste Stufe auf dem Weg in die Schuldknechtschaft. Nach Angaben von Creditreform ist die Schuldnerquote in Deutschland mit 9,9 Prozent auf dem höchsten Stand seit Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise. Diese Leuten haben keine Chance, aus ihren Schulden herauszukommen.

Viele Schuldner wurden auch von verbrecherisch agierenden Banken in hochriskante Kredite gelockt. Das Stichwort heißt Frankendarlehen. Da wurden Häuslebauern in Polen, Österreich, Ungarn und auch in Kroatien Kredite in Schweizer Franken für den Hausbau angedreht. Den Kreditnehmern wurde suggeriert, der Euro sei besonders stabil, und durch Kursgewinne würden sich die Schulden von alleine reduzieren. Das waren Märchen aus Erzählstunden des Chefs der Europäischen Zentralbank, des Geldfälschers Mario Draghi, und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Tatsächlich stürzte der Euro gegenüber dem Franken ab, und die Schuld der Häuslebauer erhöhte sich plötzlich drastisch. Viele Finanzierungen brachen zusammen.

Worum es geht, machen einige Zahlen deutlich: In Polen machen die Franken-Kredite neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. In Österreich, wo der Staat schon durch Schulden der Banken am Rande der Pleite steht, sollen 30 Milliarden Euro in Franken-Krediten ausgereicht worden sein. Auch Serbien soll betroffen sein. Die Schuldner können nichts dafür, sie sind von Bankstern und Räuberbanden, wie sie in Wien genauso wie in Berlin an der Macht sind, betrogen worden.

Klartext steht in einem Appell der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), die von immer monströseren Formen der EZB-Währungspolitik spricht: „Die Zeche für die Absurditäten zahlen die Bürger der ökonomisch besser aufgestellten Staaten wie auch Österreich – hier vor allem die Sparer, deren Guthaben real entwertet werden, und in besonderem Ausmaß die Franken-Kreditnehmer.“ FPÖ-Generalsekretär Herbert Kicki stellt fest: „Man muss es in dieser Deutlichkeit sagen: Schuld an dem Desaster, dass die Schulden der Franken-Kreditnehmer um gut 60 Prozent erhöht hat, ist die Chaos-Politik der Regierungen in den Euro-Ländern.“

Ungarn hatte das Problem vorbildlich für die Bürger gelöst. Der in Berlin, Wien und Brüssel verhasste (warum wohl?) Ministerpräsident Victor Organ setzte für die Banken einen Zwangskurs der einheimischen Währung zum Franken um, zu dem Häuslebauer ihre Hypotheken für sie günstig in ungarische Forint umtauschen konnten. Damit blieb den Leuten die Zinsknechtschaft erspart, und deshalb hassen sie Orban in Brüssel, Berlin, Wien und anderswo.

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