Gold aus den Schmelztiegeln des Grauens?

Dagmar Dehmer ist die Klimaschlampe Umweltexpertin der einstmals seriösen Zeitung „Der Tagesspiegel“ in Berlin. Strahlt irgendwo Atommüll zu stark oder qualmt ein Kohlekraftwerk zu heftig, ist Dagmar Dehmer zur Stelle, um den Kampf gegen den Klimawandel zu führen – und besonders gegen die bösen Mächte, die die Anstrengungen der Zivilgesellschaft für eine bessere Welt zu sabotieren versuchen. Dehmer hat sich so viele Meriten erworben, dass selbst der Deutsche Bundestag auf sie aufmerksam wurde und sie in der Bundestags-Zeitung „Das Parlament“ (gegen Staatsknete natürlich) schreiben darf. Dehmer ist eine echte Systemjournalistin.

Manchmal schreibt Dehmer auch über andere Themen. Am 6. Februar 2015 kam sie mit einer Story mit dem Titel „Ein rätselhafter Schatz“. Darin ging es um die Bestände der Deutschen Bundesbank an Gold und Goldforderungen (den Unterschied kennt Dehmer nicht, kommt also in dem Artikel nicht vor), die 3.384 Tonnen betragen.

Unter Bezugnahme auf eine Anfrage der Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) nach der Herkunft des Goldes kommt Dehmer zu dem Schluss, dass die Herkunft des Goldes ungeklärt ist und es möglicherweise – und jetzt wird es schaurig – aus Nazi-Beständen stammen könnte. Zitiert wird Claudia Roth: „Die Bundesregierung ist nicht in der Lage, nachzuweisen, woher das Gold in ihren Beständen stammt. 70 Jahre nach Auschwitz ist das ein bitterer Befund.“

Abgesehen von der Tatsache, dass das Gold nicht der Bundesregierung gehört, sondern der unabhängigen Bundesbank, rührt Dehmer Begriffe wie „faires Gold“, physikalische Fragen sowie die Feststellung der Herkunft und Entschädigungsfragen aus der Nachkriegszeit zusammen, um dann zu dem Schluss zu kommen: „Das Bundesbank-Gold könnte aber auch teilweise Raubgold der Nazis sein.“ Um Gottes willen: Lagert bei der Bundesbank eingeschmolzenes Zahngold aus Auschwitz, aus den Schmelztiegeln der Apokalypse?

Was Dehmer von sich gibt, ist großer Blödsinn. Von den Goldvorräten der bis 1945 existierenden Reichsbank ist nichts geblieben. Die Vorräte waren gegen Kriegsende aus Berlin abtransportiert und in Stollen und sonstwo gelagert worden. Nach Kriegsende sammelten die Alliierten die Vorräte ein. Dabei kam es auch zu massiven Plünderungen durch Soldaten und Zivilisten. Viel von dem sichergestellten Gold wanderte als Reparation direkt in die Staatskassen der Siegermächte. Einiges (337 Tonnen) wurde an jüdische Organisationen und an die Regierungen von deutschen Truppen zeitweilig besetzter Länder zurückgegeben (übrigens auch an Griechenland, da redet aber niemand drüber). Neutrale Länder wie die Schweiz und Schweden mussten das von Deutschland während des Krieges für Geschäfte erhaltene Gold nach dem Krieg den Alliierten aushändigen. Da waren die Sieger unerbittlich.

Deutschen Privatpersonen war der Besitz von Gold übrigens in der Nazi-Zeit ab Mitte der 1930-er Jahre verboten. Auf Besitz von Goldmünzen und -barren stand die Todesstrafe. Auch die Alliierten verboten den Deutschen den Besitz von Gold; die entsprechenden Bestimmungen wurden in Westdeutschland erst Mitte der 1950-er Jahre aufgehoben. Aber das weiß Dehmer natürlich nicht.

Die 3.384 Tonnen Gold und Goldforderungen der Bundesbank sind das Ergebnis des Fleißes der westdeutschen Unternehmer und Arbeitnehmer in der jungen Bundesrepublik. Die Überschüsse im Außenhandel legte die Bundesbank nicht nur in Devisen, sondern auch in Gold (und Forderungen) an. Woher dieses Gold stammt und ob es vorher Stalin, Hitler oder anderen Verbrechern gehört hat, lässt sich nicht feststellen, wenn es umgeschmolzen wurde. Und umgeschmolzen wird selbst das von der Bundesbank aus den Lagerstätten in USA, Großbritannien und Frankreich heim nach Frankfurt geholte Gold (das wäre mal eine Geschichte, aber dafür reicht der Intellekt von Dehmer nicht).

Der eigentliche Skandal besteht darin, dass die Bundesregierung keine weiteren Goldkäufe mehr will und die Bundesbank daher Papiergeld und Forderungen z.B. gegen Italien, Spanien und Griechenland anhäuft. Diese Forderungen werden bald abgeschrieben werden müssen und sind dann wertlos. Gold dagegen behält seinen Wert. Davon hat Dehmer natürlich keine Ahnung, sondern sie würde höchstens die Sorge umtreiben, dass die Bundesbank fair gehandeltes Gold kauft.

Dass Papiergeld dagegen immer zu seinem inneren Wert zurückkehrt, wie Voltaire schon vor 200 Jahren zutreffend feststellte, wird Dehmer nie begreifen. Aber irgendetwas zu begreifen, ist nicht die der Auftrag deutscher System- und Qualitätsjournalisten.

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