Trotz CDU-Votum: „Ehe für alle“ wird kommen

Die „Ehe für alle“, also auch für Schwule, Lesben und sonstwen, wird kommen. Das ist so sicher wie früher das Amen in der Kirche. Die CDU wird unabhängig vom Ausgang des ablehnenden Votums ihres Berliner Landesverbandes die „Ehe für alle“ vor der Bundestagswahl 2017 auf den Weg bringen, und die CSU wird mit der Begründung folgen, in schwul-lesbischen Lebensgemeinschaften würden „Werte“ gelebt. Der Rest des Blockparteienspektrums ist sowieso schon dafür.

Kanzlerin Angela Merkel wird sich nicht die Blöße geben, sich schützend vor das Grundgesetz und die Schutzvorschriften für den Erhalt des deutschen Volkes (Artikel 6) zu stellen, wenn sie in jedem Fernsehduell und Interview gefragt werden wird, warum Schwule immer noch nicht heiraten dürfen, wenn das ihnen selbst im katholischen Irland erlaubt ist. Sei’s drum, der Artikel 6 des Grundgesetzes ist Geschichte. Nur Narren werden aber glauben, dass die anderen Grundrechte nicht angetastet werden. Das läuft schon. Und so wie der Begriff der Ehe, der Verbindung von Mann und Frau, ins Gegenteil verdreht wird, wird es zum Beispiel mit der Meinungsfreiheit geschehen. Meinungsfreiheit bedeutet dann, der Meinung der Regierung sein zu dürfen.

Bei der „Ehe für alle“ ist die CDU-Strategie für die Bundestagswahl so klar wie selten zutage getreten: Sämtliche wichtigen Forderungen der anderen Parteien macht sich die CDU zu eigen. Unterschiede werden nivelliert. Auch das von der SPD geforderte Einwanderungsgesetz wird kommen. Egal was die SPD und die Opposition publikumswirksam fordern werden: Die CDU ist sofort dabei.

Interessanter als das ablehnende Votum des Berliner CDU-Landesverbandes sind die Zahlen der Abstimmung und die Schlüsse, die daraus gezogen werden können. Der Mitgliederbestand der Berliner CDU wird mit 12.500 angegeben. Bei 2,8 Millionen Berlinern über 17 Jahre ist damit nicht einmal ein halbes Prozent in der CDU.

Und auch die Zahl 12.500 ist mit Vorsicht zu genießen. Die „Ehe für alle“ ist an der CDU-Basis durchaus ein Aufregerthema. Die Leute stehen mehrheitlich für Ehe und Familie. Das vielfältige und tolerante promiskuitive Treiben stößt sie ab. Es wäre eine Gelegenheit gewesen, der zunehmend verschwulenden CDU-Führung einen Stoß per Mitgliedervotum zu versetzen. Aber es konnten sich überhaupt nur 4.750 Mitglieder zur Teilnahme aufraffen. Das lässt einen Blick auf den Zustand der Partei zu. Bei den 4.750 (38 Prozent der Mitglieder) handelt es sich also um die, die überhaupt noch ansprechbar waren. Von denen waren 2.138 voll gegen die Homo-Ehe und 1.662 voll dafür. Die anderen waren unschlüssig, wussten nicht so recht oder leiden an altersbedingten Krankheiten wie Demenz. Damit hat das Ergebnis nicht die geringste Aussagekraft.

Aber in anderer Hinsicht ist es geradezu spannend. Von den 4.750 aktiven Mitgliedern dürften rund 2.000 Ehepartner oder andere Familienangehörige sein. Das ist in anderen Parteien auch so, dass Partner und Eltern aufgenommen werden. Schließlich sind Abstimmungen zu gewinnen. Ernst zu nehmen sind diese Mitgliedschaften nicht so recht. De facto besteht die Berliner CDU noch aus höchstens 2.800 aktiven Mitgliedern. Das ist keine Volks-, sondern eine Splitterpartei.

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