Einheitslügen von der CDU

Auf dem Blog „conservo“ hat ein Autor namens Stephan Eisel eine Fleißarbeit abgeliefert. Der Mann ist bei der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung und hat aufgelistet, wer in der SPD und bei den Grünen alles gegen die deutsche Einheit war, bis sie plötzlich und unerwartet auf Tagesordnung der Welt stand vor 25 Jahren. Es ist Allgemeingut, was Eisel über Willy Brandt („Lebenslüge der zweiten deutschen Republik“) und vor allem Egon Bahr schreibt, die heute als Co-Architekten der Einheit gelten. Interessanter ist, was Eisel weglässt. In den Jahren vor dem Mauerfall war dieser Eisel stellvertretender Leiter des Bundeskanzleramtes in Bonn und saß fast auf dem Schoß des Mannes, der später als „Kanzler der Einheit“ in die Geschichtsbücher eingehen sollte.

Eisel weiß natürlich, dass Bundeskanzler Helmut Kohl seinerzeit ein genauso erbitterter Gegner der Wiedervereinigung war wie SPD und Grüne, über die er sich in seinem Artikel ereifert. Eisel dürfte nicht vergessen haben (vermutlich war er sogar persönlich dabei), als Kohl den CDU-Abgeordneten Bernhard Friedmann in einer Fraktionssitzung niedermachte und dessen in einem Buch veröffentlichte Vorstellungen von einer operativen Wiedervereinigungspolitik als „blühenden Unsinn“ verwarf.

Der Hass des Kanzlers auf diesen Herrn Friedmann, der ein biederer Haushaltspolitiker war, ging so weit, dass Friedmann zur EU entsorgt und zum Präsidenten des Europäischen Rechnungshofes gemacht wurde. In Luxemburg war er für Kohls Geschmack weit genug weg. Unvergessen ist auch der Versuch des damaligen CDU-Generalsekretärs Heiner Geißler, den politischen Auftrag zur Wiedervereinigung aus dem CDU-Programm zu streichen. CDU-Vorsitzender war damals Helmut Kohl, der Geißler gewähren ließ, bis der Widerstand zu heftig wurde.

Die CDU ist kein Stück besser und genauso opportunistisch und heuchlerisch wie SPD und Grüne. Man hatte es sich hinter dem rheinischen Siebengebirge schön eingerichtet, wollte dort bleiben und von der Einheit nichts wissen. Es ist schade, dass „Conservo“ mit seinem bisher guten Ruf diesem Herrn Eisel Platz einräumt. Die rechten Blogs sollten nicht das zu praktizieren beginnen, was sie der Lügenpresse vorwerfen, sondern bei der Wahrheit bleiben. Und gelogen werden kann, wie der Fall Eisel zeigt, auch durch Weglassen.

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5 Antworten zu Einheitslügen von der CDU

  1. Paul schreibt:

    Hallo Spoekenkieker, solange Sie Ihre Angaben nicht belastbar belegen können sind das alles nur unbewiesene Behauptungen, die niemand nachprüfen kann – eben Spoekenkiekerei.

    Herzlich, Paul

    • spoekenkiekerei schreibt:

      Es wird das Buch des Bonner Journalisten Karl Hugo Pruys „Helmut Kohl – Der Mythos vom Kanzler der Einheit“, erschienen in edition q im Bebra-Verlag, Berlin 2004, 136 Seiten, 16,80 Euro, empfohlen.

      Pruys ist Zeitzeuge und war früher stellvertretender Sprecher der CDU und später Korrespondent mehrerer westdeutscher Zeitungen (unter anderem Münchner Merkur), als diese noch keine Lügenpresse waren.

      • Paul schreibt:

        Werter spoekenkieker, das reicht nicht aus. Eine Quelle ist keine Quelle, zumal Sie noch nicht einmal das Zitat und die Seite, auf der es zu finden ist nennen. Oder meinen Sie ich suche jetzt die 136 Seiten des Buches durch, um das Zitat zu finden? Auch dann habe ich noch nicht die Gewissheit, dass es die Wahrheit ist. Der Titel des Buches lässt eher Gegenteiliges vermuten. Können Sie noch eine zweite unabhängige belastbare Quelle angeben?
        Seriöse Journalisten veröffentlichen imm er nur etwas, was durch eine zweite unabhängige Quelle abgesichert ist.

        Herzlich, Paul

      • spoekenkiekerei schreibt:

        Im Münchener Merkur vom 24.8.1990 ist unter der Überschrift: „Kohl mit Lafontaine in Glück und Dank vereint“ (Text von Pruys) zu lesen: „Nach dem Triumphieren (von Kohl) kann man leichte Selbstkritik heraushören. Als Kohl den Bundesbürgern dankt, die an der Einheit festhielten, ,als so manche schon resigniert hatten‘, hat er offenbar auch die eigene Partei im Sinn. Er erinnert zwar wenig später an seine Regierungserklärung von 1983 mit dem klaren Bekenntnis zur Einheit, aber viele erinnern sich auch an 1987, als Kohl den CDU-Abgeordneten Bernhard Friedmann mit der Anmerkung „blühender Unsinn“ herunterputzte, weil Friedmann verlangt hatte, die Supermächte sollten über die deutsche Einheit verhandeln.“

      • Paul schreibt:

        Sie haben eine merkwürdige Auffassung von mit Quellen den Wahrheitsbeweis anzutreten.
        Im ersten Beitrag beziehen Sie sich auf eine Aussage von Pruys, die er in einem Buch niedergelegt hat.
        Jetzt treten Sie den Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptung von Pruys durch den Hinweis auf einen Zeitungsartikel an. Diesen Artikel hat ebenfalls Pruys geschrieben.
        Sie „beweisen“ also die Richtigkeit der Aussage von Pruys durch eine weitere Aussage von Pruys.

        Sie werden doch wohl selbst einsehen, dass man dies so nicht machen kann.
        Das Einzige was Sie beiesen habe ist, dass Pruys aus irgend welchen Gründen Kohls ansehen schädigen will.

        Das ist Spoekenkiekerei im wahrsten Sinne des Wortes.

        Herzlich, Paul

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