Was die Politik von der Einheit wirklich hält

Die Deutschen sollten sich von der zentralen Feier zu 25 Jahren deutscher Einheit in Frankfurt a. M. mit dem Bundespfaffen und den Massenbesäufnissen in Frankfurt und am Brandenburger Tor in Berlin nicht in die Irre führen lassen. Für den politisch-medialen Komplex ist so etwas routinierter Normalbetrieb und kein herausgehobenes Ereignis wie etwa eine Demonstration mit Kerzen am Brandenburger Tor gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und gegen rechts. Der Pfaffe muss was reden, das Fernsehen berichtet 1:30 Minuten, zeigt noch ein paar Ausschnitte, wie fröhliche Migranten in Frankfurt feiern und geht schnell zu den wichtigen Terminen, zum Beispiel dem „Tag der offenen Moschee“, über.

Was die deutsche Politik wirklich von der Einheit hält, wurde einen Tag zuvor (2. Oktober 2015) im Deutschen Bundestag deutlich. Auf der Tagesordnung stand ein Bericht der Bundesregierung, in dem ein Vierteljahrhundert deutsche Einheit bilanziert wird. Die Bilanz kann sich tatsächlich sehen lassen und hätte intensiv diskutiert werden können. Den wichtigen Politikern war sie aber scheiß egal, wie die Rednerliste zeigt: Iris Gleicke (SPD), Gregor Gysi (Linke), Mark Hauptmann (CDU), Stephan Kühn (Grüne) Annalena Baerbock (Grüne), Axel Schäfer (SPD), Peter Ramsauer (CSU), Thomas Jurk (SPD), Katharina Landgraf (CDU), Sabine Poschmann (SPD) und Arnold Vaatz (CDU). Es handelte sich mit Ausnahme von Gysi (der seine Redezeit weniger zu Betrachtungen über die von ihm nicht besonders geschätzte deutsche Einheit nutzte, sondern zu einer beinahe schon unverschämten Selbstinszenierung) um Hinterbänkler, beziehungsweise bei Ramsauer als ehemaligen Minister um einen Polit-Rentner. Keine Kanzlerin, kein Minister und keine anderen Fraktionsvorsitzenden waren zu hören. Sie sollten sich schämen.

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