Besser als fälschen: Nachrichten unterdrücken

Um zu wissen, wie der politisch-mediale Komplex in diesem Land arbeitet, muss man zuweilen Detailarbeit leisten. Dazu gehört, sich die Karrieren bestimmter Nachrichten genau anzuschauen. Ein klassisches Beispiel von gelungener Nachrichten-Ausblendung ist die Meldung von Freitag (12. Januar 2016), dass Frankreichs Premier Manuel Valls Merkels Flüchtlings-Umverteilungspläne kategorisch ablehnt. Frankreich werde insgesamt nur 30.000 aufnehmen (das ist etwa so viel, wie Merkel in einer Woche unregistriert und unkontrolliert nach Deutschland lässt).

Die harte Ansage von Valls ist doppelt sensationell: Sie bedeutet das faktische Scheitern der Merkelschen Politik, die europäischen Nachbarn die Rechnung für die Gutmenschen-Fete der Deutschen zahlen zu lassen. Und sie zeigt, dass man auch als Sozialist restriktiv in Sachen Migration sein kann – und zwar dann, wenn man zuerst seinem eigenen Land dient.

Manuel Valls‘ Äußerung war also doppelt gefährlich für das herrschende „Refugees-Welcome“-Kartell aus Politik und Medien. Selbst die verschlafene dpa tickerte mittags schon einen bedrohlichen Text unter dem Rubrum „Merkel in Europa isoliert“. Aber wie durch ein Wunder ist diese Nachricht faktisch kaum durchgedrungen. Lehrreich ist es zu sehen, wie der Eliten- und Meinungsführer-Sender „Deutschlandfunk“ damit umging:

Obwohl Valls Stellungnahme bereits am frühen Freitagmorgen auf dem Markt war, taucht sie in den Nachrichten des DLF erst um 14.00 Uhr auf. Und auch dort wird der Kern der Aussage, nämlich die Weigerung, weitere irreguläre Migranten aufzunehmen, unterschlagen. Danach ist das Thema in den DLF-Nachrichten ganz verschwunden. Korrespondentenberichte, Interviews? Fehlanzeige.

Und so passiert es: Indem der Nachricht gleich zu Beginn das „Momentum“ genommen wurde, konnte sie von allen willfährigen Nachrichtenredakteuren, die das eh schon für „nicht hilfreich“ oder verstörend hielten, weiter ausgeblendet werden. Und da es „kein Thema“ war, stand es am Samstag auch in kaum einer Zeitung, kam nicht in „tagesschau“ und „heute“ vor, war am Sonntag und Montag auch in keiner Presseschau zu finden. Nicht einmal die FAZ vermeldete diesen Vorgang am Samstag oder am Montag.

Die unterdrückte Nachricht ist wertvoller als die gefälschte.

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